Finanzkrise erreicht Großhandel - Umsatzeinbruch im November

Mittwoch, 7. Januar 2009, 14:03 Uhr
 

Berlin, 07. Jan (Reuters) - Die Konjunkturflaute hat im Großhandel für den stärksten Umsatzeinbruch seit sechs Jahren gesorgt. Im November sanken die Einnahmen um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das war der stärkste Rückgang seit November 2002. Preisbereinigt (real) gab es ein Minus von 3,2 Prozent. "Der Großhandel kann sich der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung nicht entziehen", sagte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Anton Börner.

Der Einbruch verdeutliche, dass die Finanzkrise die Realwirtschaft "in ihrer ganzen Breite zu erfassen droht", sagte Börner. Auch im Vergleich zum Vormonat gab es ein Minus von 1,9 Prozent. Real bedeutete dies ein kleines Plus von 0,4 Prozent. Bislang hatte sich der Großhandel trotz Rezession gut geschlagen. Von Januar bis November legte der Umsatz um neun Prozent zu. Real blieb ein Plus von 2,9 Prozent.

Die Flaute spürten im November vor allem die Großhändler von Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör. Ihr Umsatz brach um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein. Einbußen gab es auch im Geschäft mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern sowie mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren. Gegen den Abwärtstrend behaupteten sich lediglich die Großhändler von landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren. Sie zählten 10,8 Prozent mehr in ihren Kassen.

(Reporter: René Wagner, redigiert von Alexander Ratz)