Porsche will durch Volkswagen an der Entwicklung sparen

Samstag, 29. November 2008, 17:22 Uhr
 

Frankfurt, 29. Nov (Reuters) - Der Sportwagenbauer Porsche (PSHG_p.DE: Kurs) will nach der Übernahme von Volkswagen(VOWG.DE: Kurs) seine Entwicklungsausgaben deutlich senken. Die Kosten sollten in den nächsten Jahren auf weniger als 10 Prozent des Umsatzes sinken, sagte der zuständige Vorstand Wolfgang Dürheimer dem Fachmagazin "Auto Motor und Sport" laut einer Vorabmeldung vom Sonntag. "Schon heute arbeiten wir bei einigen klar definierten Projekten mit VW- und Audi-Kollegen zusammen, wie etwa beim Hybrid-Antrieb und der künftigen Elektronik."

Derzeit liege die Quote für den Bereich wegen der Neuentwicklung der Limousine Panamera bei 15 Prozent vom Umsatz, sagte Dürheimer. 2009 sei der langjährige Durchschnitt von zehn Prozent wieder erreichbar. Verstärken will der Porsche-Forschungsvorstand die Zusammenarbeit mit VW in der Karosserie-Entwicklung, "sobald die unternehmerischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind", wie er dem Magazin sagte.

Porsche strebt im nächsten Jahr eine Mehrheit von 75 Prozent an VW an. Dies und eine auch von der EU forcierte Änderung des VW-Gesetzes würden dem Stuttgarter Sportwagenhersteller einen Beherrschungsvertrag ermöglichen. Bisher muss jede Kooperation von Porsche und VW von einem Aufsichtsgremium des Wolfsburger Konzerns genehmigt werden. Zusammenarbeit gibt es seit Jahren. So basieren der Porsche-Geländewagen Cayenne, der VW Touareg und der Audi(NSUG.DE: Kurs) Q7 auf der gleichen Karosserie-Plattform.

Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hatte angesichts sinkender Verkaufszahlen Einsparungen "über das übliche Maß hinaus" angekündigt. Laut "Auto Motor Sport" fordert Finanzchef Holger Härter im operativen Geschäft Kostensenkungen von 500 bis 600 Millionen Euro, etwa durch die Verschiebung der Erweiterung des Entwicklungszentrums.

(Reporter: Alexander Hübner; redigiert von Angelika Stricker)