Thailands Monarchisten besetzen Büro von Regierungschef

Dienstag, 26. August 2008, 15:35 Uhr
 

Bangkok (Reuters) - Tausende Monarchie-Anhänger haben das Büro des thailändischen Ministerpräsidenten sowie mehrere Ministerien besetzt und versucht, die Regierung des Landes zu stürzen.

Die Monarchisten der Volksallianz für Demokratie (PAD) werfen Regierungschef Samak Sundaravej vor, eine Marionette des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra zu sein. Thaksin muss sich gemeinsam mit seiner Frau wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten und hatte das Land während seiner Amtszeit zutiefst gespalten.

Samak forderte die Demonstranten dazu auf, ihre Aktionen einzustellen. Seine Geduld sei am Ende und der Innenminister werde nun direkt die Kontrolle über die Polizeikräfte übernehmen, um die Ordnung wiederherzustellen. "Ich werde mich nicht ergeben, mein Kabinett wird sich nicht ergeben und auch das Militär und die Polizei werden sich nicht ergeben." Er warf den Demonstranten vor, einen Militärputsch und damit ein Blutvergießen provozieren zu wollen. Bis zum Mittwoch seien die Aktionen aber vorbei.

Ein Polizeisprecher sagte, die Sicherheitskräfte wollten eine gerichtliche Einwilligung zur Festnahme der PAD-Anführer erwirken, sollten sich diese nicht bis sechs Uhr Abends Ortszeit zurückgezogen haben.

Samak äußerte sich nach einer wöchentlichen Kabinettssitzung, die er auf ein Militärgelände verlegt hatte, weil die Demonstranten seinen Amtssitz blockierten. Auf dem Rasen vor dem Regierungsgebäude kündigte PAD-Anführer Sonthi Limthongkul unterdessen an, sich nur mit einem Sturz der Regierung zufrieden zu geben. "Ich werde nicht weggehen, bis es einen politischen Wandel gibt. Wenn ihr mich weg haben wollt, müsst ihr mich töten und dann meine Leiche von hier weg tragen", sagte er vor Demonstranten, die thailändische und gelbe, für die Monarchie stehende, Fahnen schwenkten. PAD-Anhänger besetzten außerdem die Gebäude vom Finanz-, Landwirtschafts- und Transportministerium sowie kurzzeitig das Hauptquartier der Polizei.

Spekulationen über einen Militärputsch wies die Armee zurück. Die Polizei käme mit der Situation zurecht, sagte Armee-Chef Anupong Paochinda dem Fernsehsender Kanal 3.

Am Morgen hatte die Polizei bereits 80 Personen festgenommen, die mit Pistolen, Golfschlägern und Messern bewaffnet in das Studio des staatlichen Fernsehsender NBT gestürmt waren.