Weber (EZB) deutet Bereitschaft zu Zinserhöhungen an
Frankfurt (Reuters) - Bundesbank-Präsident Axel Weber hat Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen signalisiert.
In einem Zeitungsinterview unterstrich Weber jetzt den Willen der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls auch vorbeugend gegen eine ausufernde Teuerung vorzugehen. "Wir sind bereit, präventiv zu handeln, wenn die längerfristigen Inflationserwartungen nachhaltig von unserem Inflationsziel abzuweichen drohen", sagte Weber laut einem Vorabbericht der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe).
Eindringlich mahnte der Bundesbankchef die Tarifpartner bei den anstehenden Verhandlungen zu Lohnzurückhaltung, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern. "Wenn abzusehen ist, dass Zweitrundeneffekte fast unweigerlich anstehen, müssen wir handeln", betonte Weber. "Deshalb ist es erforderlich, den Signalen der anstehenden größeren Tarifrunden im Euro-Raum besondere Aufmerksamkeit zu widmen." Die Teuerung in der Euro-Zone war zuletzt auf rund drei Prozent geklettert und liegt damit weit über dem Zielwert der EZB. Gewerkschaften hatten zuletzt kräftige Lohnsteigerungen gefordert. Sollten sie diese durchsetzen können, besteht nach Einschätzung der Notenbanker die Gefahr eines zusätzlichen Inflationsimpulses.
Zinssenkungen nach dem Vorbild der US-Notenbank erteilte Weber erneut eine klare Absage. "Wir legen unseren Konjunktur- und Inflationsausblick für den Euro-Raum unseren geldpolitischen Beschlüssen zugrunde. Dieser Ausblick ist gegenwärtig ein anderer als in den USA." Der Leitzins in der Euro-Zone liegt seit dem Sommer stabil bei vier Prozent. Die EZB hatte ihn wegen der Unsicherheit an den Märkten und der Finanzkrise nicht angetastet, obwohl die Teuerung gestiegen war.
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