Peres schließt israelischen Alleingang gegen Iran aus

Samstag, 8. März 2008, 16:35 Uhr
 

Paris (Reuters) - Israels Präsident Schimon Peres hat einen Alleingang seines Landes im Atomstreit mit dem Iran ausgeschlossen.

"Wir sind nicht so unvorsichtig, dass wir die iranische Gefahr auf Israel konzentrieren", sagte er in einem Interview der französischen Zeitung "Le Figaro", das am Samstag veröffentlicht wurde. Allerdings seien die "nicht-militärischen Optionen" aufgebraucht, wenn auch Wirtschaftssanktionen die Islamische Republik nicht dazu bewegten, das umstrittene Atomprogramm zu stoppen.

Der Westen verdächtigt den Iran, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran betont dagegen den zivilen Charakter ihres Nuklearprogramms. Peres sagte mit Verweis auf Libyen, Südafrika und Nordkorea, dass Sanktionen in der Vergangenheit wirksam gewesen seien, um Staaten von umstrittenen Atomvorhaben abzubringen. "Ich würde es vorziehen, die Entwicklung der Bombe ohne Krieg zu verhindern", sagte Peres.

Der Friedensnobelpreisträger warf dem Iran vor, Vorposten im Libanon, in Gaza, Syrien und im Irak zu errichten. "Wir dürfen unsere Augen davor nicht verschließen", sagte er. "Falls eine Minderheit von Terroristen in der Lage ist, sich mit Nuklearwaffen zu versorgen, könnte die Welt unregierbar werden."