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Ausland | Samstag, 5. Januar 2013, 14:04 Uhr

Indische Polizei weist Vorwürfe im Vergewaltigungsfall zurück

Neu-Delhi Die indische Polizei hat ihre Reaktion auf die Vergewaltigung einer Studentin verteidigt.

Nach Eingang des Notrufs seien lediglich vier Minuten bis zum Eintreffen der ersten Streife vergangen, sagte ein Sprecher der Polizei in Neu-Delhi. Die Beamten hätten die Frau und ihren ebenfalls attackierten Begleiter binnen 24 Minuten ins Krankenhaus gebracht. Die 23-Jährige erlag zwei Wochen nach der Tat ihren Verletzungen.

Ihr Begleiter hatte am Freitag im indischen Fernsehen schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Seiner schwer verletzten, nackten Freundin sei fast eine Stunde lang niemand zu Hilfe gekommen. Erst nach 45 Minuten seien Polizisten eingetroffen. Doch obwohl die mehrfach vergewaltige Frau stark blutete, sei zunächst eine Diskussion unter den Polizisten entbrannt, welches Revier für die Tat zuständig sei.

Die Physiotherapie-Studentin war Mitte Dezember in einem privaten Kleinbus in der Hauptstadt Neu-Delhi von mehreren Männern vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Die Brutalität des Falles sorgte international für Entsetzen und löste in Indien eine Debatte über schärfere Gesetze für Vergewaltiger aus. Fünf der sechs Beschuldigten sind des Mordes und der Gruppenvergewaltigung angeklagt. Sie sollen am Montag wieder vor Gericht erscheinen.

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