Ausland | Sonntag, 10. Februar 2013, 14:47 Uhr

Fünf Tote bei Angriff auf iranische Dissidenten im Irak

Bagdad Bei einem Raketenangriff auf das Lager einer iranischen Dissidentengruppe im Irak sind mindestens fünf Menschen getötet worden.

25 Menschen wurden Polizeikreisen zufolge verletzt. Ein Sprecher der Gruppe Mudschahedin-e-Chalk (MEK) sprach von mindestens sechs Toten. Das Lager in der Hauptstadt Bagdad sei am Samstag von mehreren Raketen und Granaten getroffen worden. Hinter dem Angriff stecke wahrscheinlich eine auf Auslandseinsätze spezialisierte Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag und forderte von den irakischen Behörden, die Verantwortlichen rasch zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen. Die USA sprachen von einem Terrorangriff.

Die MEK verlangt den Sturz der geistlichen Führer im Iran und kämpfte in den 1980er Jahren an der Seite des mittlerweile gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein im Krieg gegen die Islamische Republik. Im vergangenen Jahr wurden Mitglieder vom alten Standort "Camp Aschraf" in der Provinz Diyala in ein neues Lager umgesiedelt, in die frühere US-Militärbasis "Camp Liberty".

Die überwiegend schiitische Regierung des Irak, die nach dem Sturz Saddams die Macht übernahm, ist auf die politische Unterstützung des Iran angewiesen und sieht die Anwesenheit der Gruppe kritisch. Die Vereinten Nationen beabsichtigen, den MEK-Mitgliedern den Flüchtlingsstatus zuzuerkennen, damit sie ins Ausland gebracht werden können.

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