Inland | Donnerstag, 20. Dezember 2012, 13:15 Uhr

Iraks Präsident Talabani in einem Berliner Krankenhaus

Berlin Der irakische Präsident Dschalal Talabani ist am Donnerstag zur medizinischen Behandlung in einer Berliner Klinik eingetroffen.

Der 79-Jährige werde in einem Haus der Berliner Charite behandelt, hieß es in medizinischen Kreisen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle bestätigte, dass der kurdische Politiker zur Behandlung in Deutschland ist. Talabani hatte am Montagabend einen Schlaganfall erlitten. Er leidet seit längerem unter gesundheitlichen Problemen und war bereits früher im Ausland behandelt worden. Bisher ist unklar, ob Talabani sein Amt weiter ausüben kann.

Der kurdische Politiker spielt im fragilen Machtgefüge des Irak eine wichtige Rolle. Seine Erkrankung hat Befürchtungen aufkommen lassen, dass ein Machtkampf um seine Nachfolge das ohnehin angespannte Verhältnis unter den Bevölkerungsgruppen weiter eskalieren könnte. Mehrfach hatte Talabani zwischen den schiitischen, sunnitischen und kurdischen Bevölkerungsgruppen vermittelt. Auch im Verteilungsstreit zwischen der ölreichen autonomen kurdischen Region und der Zentralregierung in Bagdad spielte er eine bedeutende Rolle. Noch wenige Tage vor seiner Erkrankung hatte er einen Territorialstreit zwischen ethnischen Gruppen moderiert.

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