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Mehr als 1000 Tote im Irak allein im Mai
2. Juni 2013 / 12:05 / vor 4 Jahren

Mehr als 1000 Tote im Irak allein im Mai

Bagdad (Reuters) - Die jüngste Gewaltwelle im Irak hat im Mai einen neuen Höhepunkt erreicht.

Iraqi mourners carry the coffin of Shi'ite fighter Iyad Fadhil al-Surafi during his funeral in Basra, 420 km (261 miles) southeast of Baghdad May 30, 2013. REUTERS/Atef Hassan

1045 Menschen, zumeist Zivilisten, kamen bei Gewalttaten ums Leben, wie die Vereinten Nationen am Wochenende mitteilten. So viele Tote innerhalb eines Monats hatte es zuletzt bei den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen 2006/2007 gegeben. Damit steigt die Opferzahl seit April auf fast 2000. “Das ist ein trauriger Rekord”, sagte UN-Vertreter Martin Kobler und forderte die politische Führung des Landes auf, das inakzeptable Blutvergießen zu beenden.

Seit etwa zwei Monaten entlädt sich die Rivalität zwischen Schiiten und der Minderheit der Sunniten zunehmend in Gewalt. Der lokale Al-Kaida-Flügel und radikale Sunniten forcieren seither ihren Kampf gegen die von Schiiten dominierte Regierung und machen Boden gut, den sie während der US-Besatzung verloren hatten. Allein in dieser Woche detonierten in der Hauptstadt Bagdad in schiitischen wie sunnitischen Vierteln diverse Bomben und töteten fast 100 Menschen. Laut dem irakischen Verteidigungsministerium wurde eine Al-Kaida-Zelle ausgehoben, deren Ziel es war, Giftgas herzustellen, um damit irakische Sicherheitskräfte anzugreifen aber auch für Anschläge in Europa und den USA vorgesehen war.

MALIKI TRIFFT SICH MIT RIVALISIERENDEN RELIGIONSVERTRETERN

Der schiitische Ministerpräsident Nuri Al-Maliki traf am Samstag mit Politikern verschiedener religiöser Lager zusammen, um den Konflikt zu entschärfen. Dabei handelte es sich allerdings nur um erste Gespräche, eine Lösung ist weiterhin nicht in Sicht. Seit Dezember fordern allwöchentlich Tausende Sunniten Malikis Rücktritt. Jüngst betonte Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der Weg eines aufrichtigen und glaubwürdigen nationalen Dialogs, der alle gesellschaftlichen Gruppen beteilige, bleibe für die Entwicklung des Landes unverzichtbar.

Die religiösen Auseinandersetzungen im Irak werden durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien genährt, der auch religiös motiviert ist. Sunnitische wie schiitische Kämpfer aus dem Irak unterstützen die jeweiligen Seiten in Syrien. Irakische Schiiten fürchten bei einer Niederlage des alawitischen Präsidenten Baschar al-Assads, dass auch ihre Herrschaft in Gefahr ist. Die Minderheit der Alawiten ist aus den Schiiten hervorgegangen.

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