Iraks größte Ölraffinerie nach Anschlag geschlossen | Reuters
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Unternehmen | Samstag, 26. Februar 2011, 16:23 Uhr

Iraks größte Ölraffinerie nach Anschlag geschlossen

Baidschi Die größte Erdölraffinerie des Irak ist bei einem Bombenanschlag stark beschädigt worden und wurde bis auf weiteres geschlossen.

Vier Arbeiter wurden nach Behördenangaben zudem getötet, als in der Nacht zum Samstag mehrere Sprengsätze in Baidschi explodierten und einen Großbrand auslösten. Die Produktion sei komplett gestoppt worden, und das habe erhebliche Auswirkungen für das ganze Land, sagte der Gouverneur der Provinz Salahuddin, Ahmed al-Dschuburi, der Nachrichtenagentur Reuters. Auch eine zweite, kleinere Raffinerie in Samawa wurde nach einem Brand geschlossen. Ersten Berichten zufolge ging dieser jedoch auf einen technischen Defekt zurück.

Die Feuerwehr habe den Brand in Baidschi nach fünf Stunden unter Kontrolle gebracht, hieß es in Polizeikreisen. Mitarbeiter der Raffinerie sagten, die Reparatur werde Tage dauern. Die Lagervorräte reichten für mindestens sieben Tage, um den Bedarf der Iraker zu decken. Die Anlage etwa 180 Kilometer nördlich von Bagdad produziert unter anderem täglich elf Millionen Liter Benzin und 4,5 Millionen Liter Kerosin. Im Irak gibt es acht Raffinerien mit einer Gesamtkapazität von 659.000 Barrel pro Tag. Wegen der Nachfrage im Inland werden gegenwärtig keine Erdölprodukte exportiert.

Die Region Baidschi war einst eine Al-Kaida-Hochburg. Lange Zeit wurde die Raffinerie von den Islamisten kontrolliert, die damit zum Teil ihren Aufstand finanzierten. Zwar ist die Gewalt im Irak seit 2006/2007 deutlich zurückgegangen. Es kommt jedoch immer noch täglich zu Anschlägen.

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