Reuters logo
Irans oberster Ajatollah kritisiert Regierungspolitik
20. März 2017 / 13:40 / vor 7 Monaten

Irans oberster Ajatollah kritisiert Regierungspolitik

FILE PHOTO: Iran's national flags are seen on a square in Tehran February 10, 2012, a day before the anniversary of the Islamic Revolution. REUTERS/Morteza Nikoubazl/File Photo

Dubai (Reuters) - Der oberste politische und religiöse Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hat die Wirtschaftspolitik der Regierung kritisiert und Änderungen angemahnt.

Zugleich erhöhte er damit den Druck auf Präsident Hassan Ruhani, der bei den konservativen Kräften ohnehin schon in der Kritik steht. Sie wollen im Mai seine Wiederwahl verhindern. “Ich fühle den Schmerz der Armen und der Menschen aus der unteren Klasse in meiner Seele”, sagte Chamenei in seiner Botschaft zum Jahresbeginn, der nach dem persischen Kalender auf den astronomischen Frühlingsanfang um den 21. März herum fällt. Insbesondere beklagte Chamenei hohe Preise, Arbeitslosigkeit und Ungleichheiten. “Die Regierung hat positive Schritte unternommen, sie erfüllte aber nicht die Erwartungen des Volkes und auch nicht meine.”

Ruhani präsentierte in seiner Neujahrsbotschaft ein gänzlich anderes Bild der Wirtschaftlage. “Was wir im vergangenen Jahr erreicht haben bei der Eindämmung der Inflation, bei der Ankurbelung des Wirtschaftswachstums und bei Jobs ist beispiellos in den vergangenen 25 Jahren”, sagte er. Ruhani forderte zugleich die Respektierung der Bürgerrechte.

Die konservativen Kräfte hinter Chamenei haben den Präsidenten immer wieder kritisiert, vor allem wegen des Atomabkommens mit den UN-Vetomächten und Deutschland, das zu einer Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen das Land führte und der Wirtschaft einen Schub geben sollte.

Er fordere für das neue Jahr eine “Widerstandswirtschaft, Produktion und Beschäftigung”, sagte Chamenei in der am Montag im Fernsehen ausgestrahlten Botschaft. Mit dem Begriff “Widerstandswirtschaft” beschreiben seine Anhänger Maßnahmen, um das Land unabhängiger von der Außenwelt zu machen. Präsident Ruhani setzt hingegen auf internationalen Handel und ausländische Investitionen.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below