Ausland | Sonntag, 13. Januar 2013, 14:26 Uhr

Fast 30 Polizisten bei Krawallen in Nordirland verletzt

Belfast Bei erneuten Krawallen in der nordirischen Hauptstadt Belfast sind am Samstag mindestens 29 Polizisten verletzt worden.

Die Sicherheitskräfte schritten nach Angaben der Behörden mit Wasserwerfern und Gummigeschossen ein, nachdem sich rivalisierende Demonstranten mit Steinen und Flachen beworfen hatten. Der Konflikt zwischen pro-irischen Katholiken und pro-britischen Protestanten ist vor fünf Wochen wieder aufgeflammt. Auslöser war die Entscheidung des Stadtrats von Belfast Anfang Dezember, die seit einem Jahrhundert über dem Rathaus wehende britische Flagge nur noch zu bestimmten Anlässen zu hissen. Pro-britische Loyalisten sehen darin einen Schritt hin zu einer Loslösung der Provinz von London.

Loyalisten seien mit Metallstangen und Pflastersteinen auf die Beamten losgegangen, teilte die Polizei mit. Um die Ausschreitungen unter Kontrolle zu bringen, sei Verstärkung von Dutzenden Einsatzwagen, einem Hubschrauber und mindestens drei Wasserwerfern angefordert worden.

Die Ausschreitungen der vergangenen Wochen halten bereits so lange an wie kaum seit dem Karfreitags-Friedensabkommen von 1998. Damals war der 30 Jahre andauernde Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken beigelegt worden. Einige Beobachter befürchten, dass der Streit nun wieder zu einem dauerhaften Problem werden könnte. Die Krawalle haben nach Verbandsangaben bereits der Wirtschaft und dem Tourismus des Landes geschadet.

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