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Ausland | Freitag, 28. Dezember 2012, 09:08 Uhr

Japan erwägt Ausstieg vom Ausstieg aus der Atomkraft

Tokio Die neue japanische Regierung will den Atomausstieg des Landes überdenken.

Der von der Vorgängerregierung auf den Weg gebrachte Ausstieg bis zum Jahr 2040 werde überprüft, erklärte Industrieminister Toshimisu Motegi am Donnerstag der Zeitung Nikkei zufolge. Der neue Ministerpräsident Shinzo Abe will dem Bericht zufolge zudem nach und nach die Atom-Reaktoren des Landes wieder anfahren, wenn diese von der Atomaufsicht des Landes für sicher erklärt worden sind. Abe hatte bereits im Wahlkampf erklärt, trotz der Fukushima-Katastrophe auf Atomstrom zu setzen.

Das Fukushima-Kernkraftwerk war im März 2011 von einem Erdbeben und einen dadurch ausgelösten Tsunami getroffen worden. Es folgte das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986. Etwa 160.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, viele von ihnen werden wohl niemals zurückkehren können. Der Betreiber des Reaktors Fukushima hatte erst jüngst ein mangelndes Sicherheitsbewusstsein und "schlechte Angewohnheiten" als Gründe für die Atomkatastrophe genannt.

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