Ausland | Donnerstag, 13. Dezember 2012, 18:04 Uhr

Inselstreit zwischen China und Japan flammt wieder auf

Tokio Der Territorialstreit zwischen China und Japan über Inseln im Ostchinesischen Meer ist wieder aufgeflammt.

Anlass war der Überflug eines Flugzeugs der chinesischen Marine über die von beiden Ländern beanspruchten Inseln. Japan warf der Volksrepublik am Donnerstag Verletzung seines Luftraums vor und schickte demonstrativ acht Kampfflugzeuge vom Typ F-15 in die Region. China wies die Vorwürfe aus Tokio zurück. Der Flug sei völlig normal gewesen, erklärte das chinesische Außenministerium.

Der Streit über die Inseln hatte sich im September entzündet, als Japan die im Privatbesitz befindlichen Inseln kaufte. Patrouillenboote aus beiden Ländern belauern einander in der Region. Ihre Präsenz nährte die Sorge, eine Kollision der Schiffe könnte zu einem Seegefecht führen. Am Donnerstag waren erstmals Flugzeuge beteiligt.

In Japan könnte sich der neuerliche Zwischenfall auch auf die anstehende Parlamentswahl auswirken. Der frühere und voraussichtlich auch nächste Regierungschef Shinzo Abe, dessen Liberal-Demokratische Partei nach Umfragen gute Wahlchancen hat, hat eine harte Gangart in dem Streit angekündigt.

Die USA ermahnten China und Japan zur Zurückhaltung. Beide Länder sollten alles unterlassen, was den Konflikt eskalieren lassen könnte, erklärte das Außenministerium in Washington. Auch Präsident Barack Obama hatte beide Länder bei seiner Asien-Reise im November zur Mäßigung aufgefordert. Die Vereinigten Staaten haben sich im Inselstreit für neutral erklärt, zugleich aber auf ihre Beistandsverpflichtungen für Japan hingewiesen.

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