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Ausland | Freitag, 24. September 2010, 10:46 Uhr

Japan: China stoppt Export wichtiger Metalle für Hi-Tech-Sektor

Tokio Im Grenzstreit mit seinem Rivalen hat China der japanischen Regierung zufolge ein Exportstopp für wichtige Rohstoffe verhängt.

Das Handelsministerium in Tokio teilte am Freitag mit, China habe die Exporteure sogenannter Seltenerdenmetalle angewiesen, ihre Ausfuhren nach Japan einzustellen. Die Metalle werden unter anderem in Batterien, Computern und Waffensystemen eingesetzt. In China werden rund 97 Prozent aller Seltenerdenmetalle weltweit gefördert, rund die Hälfte werden nach Japan exportiert. Die chinesische Regierung wies umgehend zurück, ein offizielles Embargo verhängt zu haben.

Der Ausfuhrstopp betreffe lediglich Japan und kein anderes Land, erklärte das Handelsministerium in Tokio weiter. Daher liege es nahe, dass ein Zusammenhang zum Seestreit bestehe. Japanische Seltenerden-Händler vermuteten jedoch, dass auch mehrere Feiertage in China Grund für ausgefallene Lieferungen sein könnten. Ein Mitarbeiter von Mitsubishi Corporation Unimetal sagte etwa, bis Dienstag seien noch Importe eingetroffen. Von Mittwoch bis Freitag dieser Woche seien die chinesischen Unternehmen geschlossen. Daher werde erst Anfang kommender Woche gesagt werden können, ob die Ausfuhren tatsächlich eingestellt worden seien.

Japan und China streiten derzeit über die Festnahme des Kapitäns eines chinesischen Fischtrawlers, der in der Nähe einer zwischen den beiden Staaten umstrittenen Inselgruppe zwei Schiffe der japanischen Küstenwache gerammt haben soll. Japanischen Medienberichten zufolge befindet sich der Mann wieder auf freien Fuß.

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