27. März 2013 / 10:53 / in 4 Jahren

Verbraucher kurbeln Wachstum in Deutschland an

Berlin (Reuters) - Die gute Stimmung bei den Verbrauchern und eine anziehende Nachfrage nach Produkten “Made in Germany” bringt die deutsche Wirtschaft in Schwung.

Die Forscher des gewerkschaftsnahen IMK-Instituts rechnen für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 0,9 Prozent, während die Euro-Zone insgesamt noch in der Rezession verharren dürfte. Schon im ersten Quartal könnte trotz des kalten Winters ein großer Teil der Verluste vom Jahresende wieder aufgeholt werden, sagten die Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch voraus. Allerdings sei die Unsicherheit angesichts der Krise in Zypern extrem hoch, mahnte IMK-Direktor Gustav Horn. “Wenn der Euroraum nicht zusammen bleibt, wäre jede Prognose Makulatur.”

Das DIW erwartet für das erste Quartal ein Wachstum von 0,5 Prozent. “Vor allem die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt macht Hoffnung, dass die Wirtschaft wieder an Tempo gewonnen hat”, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Die Nachfrage nach Arbeitskräften geht der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge zwar leicht zurück, im langjährigen Vergleich liege sie aber immer noch auf einem hohen Niveau. Experten rechnen im März bereinigt um saisonale Schwankungen mit einem weiteren Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um 4000. Im Februar waren insgesamt 3,156 Millionen Menschen ohne festen Job.

NIEDRIGE ZINSEN VERLEITEN VERBRAUCHER ZUM GELDAUSGEBEN

Das stützt ungeachtet der Euro-Krise die Stimmung bei den Verbrauchern: Die Marktforscher von der Nürnberger GfK sagten für April ein stabiles Konsumklima voraus, der entsprechende Indikator dürfte bei 5,9 Punkten stagnieren. Die Verbraucher gehen von einer Konjunkturbelebung aus, die Aussichten für ihre Einkommen schätzten die Umfrageteilnehmer dagegen etwas schlechter ein als im Vormonat. “Trotz der geringen Einbußen bleiben die Konsumenten hinsichtlich ihrer künftigen finanziellen Entwicklung sehr zuversichtlich”, schrieben die Experten. So sind nach Daten des Statistischen Bundesamtes Armutsgefährdung und Einkommensgefälle in Deutschland geringer als in der EU insgesamt. Angesichts der niedrigen Zinsen wollten die Verbraucher zudem ihr Geld lieber ausgeben statt zu sparen. “Der Konsum dürfte eine stabile Größe für das Wirtschaftswachstum bleiben”, sagte Christian Schulz von der Berenberg-Bank.

Die GfK rechnet im laufenden Jahr mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs um ein Prozent. Ob die Zypern-Krise die Stimmung der Verbraucher trübt, dürfte sich jedoch erst bei der nächsten Umfrage zeigen, weil die Befragung abgeschlossen war, bevor eine Zwangsabgabe auf Bank-Einlagen ins Gespräch kam. GfK-Experte Rolf Bürkl zeigte sich optimistisch, was die deutsche Konjunktur angeht: Aus Angst um ihr Geld dürften die Verbraucher ihre Sparneigung drosseln und es lieber ausgeben. “Solange die Wirtschaft insgesamt nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, ist das keine schlechte Nachricht für den Konsum.”

EURO-RAUM STECKT TIEF IN DER REZESSION FEST

Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone trübte sich angesichts der Zypern-Krise überraschend stark ein. Deutschland hebt sich damit von vielen anderen Ländern des Währungsraums ab: Dort sei die Rezession besonders hart, die Krise dauere schon deutlich länger als sonst in Abschwungphasen üblich, sagte IMK-Direktor Horn. Er rechnet erst für kommendes Jahr wieder mit einem mageren Wachstum in der Euro-Zone von 0,5 Prozent, nach einem weiteren Minus von 0,3 Prozent 2013. “Das ist eine dramatische Entwicklung”, sagte er. Die besonders von der Schuldenkrise gebeutelten Staaten im Süden verharren zudem weiterhin in der Rezession, in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft Frankreich ist allenfalls Stagnation in Sicht.

Unsere WerteDie Thomson Reuters Trust Principles
0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below