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US-Börsen finden nach Ölpreisanstieg keine klare Richtung
30. November 2016 / 11:22 / vor 8 Monaten

US-Börsen finden nach Ölpreisanstieg keine klare Richtung

Gelesen in 4 Minuten

The Nord Steady, a chemical/oil tanker, anchors before mooring at a Vancouver-area Chevron refinery in Burnaby, British Columbia, Canada November 17, 2016. Picture taken November 17, 2016. To match Analysis CANADA-PORTS/CRUDEChris Helgren

New York (Reuters) - Trotz des kräftigen Preisanstiegs an den Ölmärkten hat die Wall Street am Mittwoch uneinheitlich tendiert.

Die Hoffnung auf eine Drosselung der Ölförderung verhalf dem Ölpreis zum größten Kurssprung seit mehr als einem Dreiviertel Jahr. Das trieb die Aktien großer Energiekonzerne. Papiere der Airlines mussten dagegen Federn lassen.

Die Opec hat erstmals seit 2008 eine Förderkürzung beschlossen und damit den Ölpreis über die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar getrieben. Die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten stimmten bei ihrer Sitzung in Wien der Grundsatzvereinbarung vom September zu. Damals verständigten sich die oft zerstrittenen 14 Länder des Kartells auf eine Drosselung der Förderung auf 32,5 Millionen Barrel pro Tag von derzeit 33,6 Millionen Fass. Der Ölpreis steht seit 2014 wegen eines Überangebots unter Druck.

Der Dow-Jones legte bis zum frühen Nachmittag 0,4 Prozent auf 19.188 Punkte zu. Im Verlauf hatte er neues Rekordhoch bei 19.225 Punkten markiert. Der S&P-500 stieg um 0,1 Prozent auf 2206 Punkte, während der Nasdaq-Composite 0,6 Prozent auf 5344 Punkte Federn ließ.

Einen positiven Vorgeschmack auf die amtlichen Daten vom US-Arbeitsmarkt lieferte die Umfrage des Arbeitsvermittlers ADP unter privaten Firmen. Demnach haben die US-Unternehmen im November deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Konsumausgaben im Oktober waren mit plus 0,3 Prozent zwar niedriger als erwartet. Doch sprachen Analysten von robusten Zahlen. "An einer Zinserhöhung durch die Fed Mitte des Dezember dürfte kein Zweifel aufkommen", fasste ein Börsianer zusammen.

Unter den Einzelwerten sorgte weiter Praxair für Gesprächsstoff: Der US-Industriegase-Hersteller nimmt einen neuen Anlauf zum Zusammenschluss mit dem deutschen Konkurrenten Linde. Praxair-Aktien ließen 1,6 Prozent Federn, nachdem sie am Dienstag rund drei Prozent gewonnen hatten.

GoPro stiegen um 2,7 Prozent. Der Actionkamera-Hersteller hatte einen Stellenabbau und die Schließung seiner Entertainment-Sparte angekündigt.

Vor allem Konzerne wie Chevron und Exxon profitierten von den steigenden Ölpreisen. Chevron-Papiere verteuerten sich um 2,7 Prozent und Exxon um 2,4 Prozent. Die Aussicht auf anziehende Kerosin-Kosten machten Fluggesellschaften dagegen zu schaffen. American, Delta und United gaben jeweils etwa ein halbes Prozent nach.

In Frankfurt ging der Dax 0,2 Prozent höher auf 10.640 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 0,4 Prozent fester bei 3051 Zählern. Das nahende "Renzirendum" in Italien verhinderte allerdings größere Kursgewinne an den europäischen Aktienmärkten, sagten Experten. Die Italiener stimmen am Sonntag über eine Verfassungsreform ab. Bei einem "Nein" befürchten Börsianer den Sturz des Ministerpräsidenten Matteo Renzi. Eine Regierungskrise könnte es den Banken erschweren, dringend benötigtes frisches Kapital einzusammeln. "Italien ist wirtschaftlich verletzbar und kann die Turbulenzen nicht gebrauchen", betonte die Nordea Bank.

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