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Börse in Paris schüttelt Wahlsorgen ab - Dax verhalten
20. April 2017 / 13:09 / vor 3 Monaten

Börse in Paris schüttelt Wahlsorgen ab - Dax verhalten

Gelesen in 4 Minuten

Stock market operator Euronext's universal analysts work in the market services surveillance room center at the new Euronext headquarters at La Defense business and financial district in Courbevoie near Paris, France, November 12, 2015.Jacky Naegelen/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am Sonntag haben an der Börse in Paris die Optimisten das Ruder übernommen.

Der Auswahlindex CAC 40 legte am Donnerstag 1,5 Prozent zu - so viel wie kein anderer bedeutender europäischer Index. Auch an den Anleihe- und Devisenmärkten setzten Investoren auf einen Sieg des Börsenlieblings und unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Frankreich gingen deutlich zurück. Der Euro martierte mit 1,0777 Dollar zeitweise den höchsten Stand seit Ende März.

Die Kursgewinne in Paris zogen den EuroStoxx50 um 0,6 Prozent auf 3440,03 Zähler nach oben. In Deutschland überwog dagegen die Vorsicht. Der Dax rette ein Mini-Plus von 0,1 Prozent auf 12.027,32 Punkte in den Feierabend.

Michael Hewson vom Broker CMC Markets warnte vor zu viel Optimismus. "Die Märkte ignorieren die Tatsache, dass Melenchon an Schwung gewonnen hat und dass er und Le Pen in die Stichwahl einziehen könnten." Der Linksaußen-Politiker Jean-Luc Melenchon, der wie seine Widersacherin Marine Le Pen von der rechtsextremen Partei Front National den Euro ablehnt, hat in jüngsten Umfragen aufgeholt. Denen zufolge liegen für die erste Wahlrunde am 23. April die vier Kandidaten Melenchon, Le Pen, Macron und Francois Fillon fast gleichauf. Bislang erwarten die Auguren, dass Le Pen die erste Wahlrunde gewinnt, Macron aber bei der Stichwahl am 7. Mai die Nase vorn hat. "Sollten die Wahl anders als erwartet ausgehen, ist mit einer hässlichen Marktreaktion zu rechnen", prognostizierte Hewson. Der überraschende Triumph von Donald Trump in den USA und das Votum der Briten gegen die Europäische Union haben gezeigt, dass Umfrageinstitute irren können.

französische Banken Stehen Hoch Im Kurs

Gefragt bei Anlegern in Frankreich waren vor allem Banken wie Societe Generale, BNP Paribas und Credit Agricole. Sie waren mit Kurszuwächsen von bis zu 3,7 Prozent die größten Gewinner im europäischen Bankenindex, der 0,8 Prozent gewann.

Anleiheinvestoren deckten sich mit Staatsanleihen des Landes ein. Die Rendite der zehnjährigen Titel fiel daher auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Die Risikoaufschläge der französischen Staatsanleihen im Vergleich zu den zehnjährigen Bundesanleihen engten sich auf 61 Basispunkte ein. Im Februar hatten sie noch bei mehr als 80 Basispunkten gelegen.

Stahlsektor Unter Druck

Sorgen vor Stahl-Einfuhrbeschränkungen nach Amerika setzten Stahlhersteller unter Druck. ThyssenKrupp gaben 1,7 Prozent nach und rutschten ans Dax-Ende. Salzgitter verloren 0,9 Prozent, Kloeckner & Co 2,2 Prozent. US-Präsident Donald Trump prüft, ob Stahlimporte die nationale Sicherheit der USA beeinträchtigen.

Im MDax gewannen Aareal Bank an Fahrt und legten nach der Anhebung der Gewinnprognose 2,1 Prozent zu. Gea waren Schlusslicht bei den Nebenwerten mit einem Minus von vier Prozent. Der Anlagenbauer kam auch zu Beginn dieses Jahres nicht vom Fleck.

An der Wall Street jubelten Börsianer über gute Bilanzen von Unternehmen wie Blackrock, American Express und Qualcomm. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag zu Börsenschluss in Europa 0,6 Prozent im Plus.

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