Schweizer Börse dank US-Aktien im Aufwind

Freitag, 14. November 2008, 13:01 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag aufgrund der positiven Vorgaben aus den USA deutlich höher eröffnet und die Gewinne im Verlauf auch behaupten können.

Der weitere Verlauf dürfte vor allem davon abhängen, wie die Märkte auf die verschiedenen US-Daten am Nachmittag reagieren werden. Die US-Aktien-Futures deuteten eine tiefere Eröffnung in den USA an. Nach dem Anstieg von über sechs Prozent des Dow Jones am Vortag seien Gewinnmitnahmen nur normal, hiess es.

Der SMI notierte gegen 13.00 Uhr 2,3 Prozent höher auf 5871 Punkten. Der breite SPI legte 2,2 Prozent auf 4829 Zähler zu.

Bei den Finanzwerten holten die Aktien der Versicherer Swiss Life und Zurich einen Teil der jüngsten Einbussen auf, die sie im Gefolge ihrer Zwischenberichte erlitten hatten. Baloise kletterten um fast neun Prozent. Baloise wird am Dienstag den Zwischenbericht vorlegen.

Bei den Banken standen vor allem die Papiere der Privatbank EFG International im Mittelpunkt. Sie gewannen 15 Prozent auf 19,10 sfr. Die Bank hatte unerwartet Auskunft über die Entwicklung bis Ende Oktober gegeben und sich dabei positiv geäussert. Der Gewinn sei gestiegen. Der Mittelzufluss habe sich von Juli bis Oktober im Private Banking gut entwickelt, sei aber durch Rücknahmen im Bereich Hedge Funds etwas gedämpft worden.

Und auch die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS legten über drei Prozent zu.

Dabei sorgte ein Bericht der "Financial Times" für gewisses Aufsehen. Credit Suisse soll demnach einen Teil des Asset Management-Geschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen. Verhandlungen liefen. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine der Bank nahestehende Person. Einer der drei Asset Management-Bereiche, das Fonds-Geschäft Global Investors mit verwalteten Vermögen von 255 Milliarden, sei zu klein und solle in eine grössere Einheit eingebracht werden, so die Zeitung.

Richemont legten 2,4 Prozent auf 20,60 sfr zu. Der Luxusgüterkonzern hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 den Reingewinn auf 543 Millionen Euro gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Im Oktober ging das Umsatzwachstum aber stark zurück.

Kräftig zulegen konnten auch die Industriewerte, die zuletzt aufgrund der Rezessionsängste stark unter die Räder geraten waren. So wurden die Aktien von ABB, Holcim und andere zum Teil deutlich höher gehandelt.

Dagegen verloren die Aktien von Autozulieferern wie Fischer, Rieter, Oerlikon und Advaltech Terrain.

Auch die als defensiv beurteilten Papiere von Nestle, Novartis und Roche legten ein bis zwei Prozent zu.