ROHSTOFFE-FOKUS 1-Prognostizierte Nachfrageschwäche drückt Öl

Donnerstag, 15. Januar 2009, 17:12 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Vorhersage einer sinkenden Ölnachfrage in diesem Jahr hat am Donnerstag den Preis für den schwarzen Rohstoff unter Druck gesetzt.

Das Barrel (159 Liter) US-Öl WTI verbilligte sich um fünf Prozent auf 35,40 Dollar. Nordsee-Öl der Sorte Brent kostete dagegen 44,80 Dollar und damit nur 0,6 Prozent weniger als am Vorabend. Bereits seit einigen Tagen wird Brent-Öl zu deutlich höheren Preisen gehandelt, unter anderem weil in US-Tanklagern in Cushing große Ölbestände lagern. Zudem verliert der US-Ölpreis so deutlich, "weil die USA das meiste Öl nachfragen, und entsprechend macht sich dort der Nachfrageeinbruch am stärksten bemerkbar", sagte Rohstoff-Analyst Frank Schallenberger von der LBBW. "Dass Brent so viel teurer ist als WTI, gab es noch nie", sagte er.

Für Druck auf den Ölpreis sorgten zudem die jüngsten Prognosen der Opec zum Ölverbrauch. In ihrem Monatsbericht prophezeite die Organisation, dass die Ölnachfrage in diesem Jahr weltweit um 180.000 Barrel täglich sinken wird, deutlicher als bisher erwartet. Doch angesichts der "bemerkenswerten Unsicherheiten über die Entwicklung der Wirtschaft gebe es die Möglichkeit, dass sich die weltweite Nachfrage nach Öl in diesem Jahr weiter verschlechtert", begründete die Opec ihre neuen Prognosen.

Auch die Preise für Industriemetalle sanken. Nach wie vor befürchteten die Händler, dass die Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Rohstoffen dämpfen wird, hieß es. Kupfer wurde 2,7 Prozent niedriger bei 3.207 Dollar je Tonne gehandelt. Dagegen notierte Gold am Nachmittag mit 810,45 Dollar die Feinunze (31,1 Gramm) auf dem Niveau vom Vorabend.