Unerwarteter Ifo-Anstieg treibt Euro

Dienstag, 27. Januar 2009, 11:13 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der unerwartete Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex hat dem Euro am Dienstag Auftrieb gegeben.

Die Gemeinschaftswährung kletterte bis auf 1,3328 Dollar, nachdem sie im frühen asiatischen Handel noch um 1,3138 Dollar notiert hatte. "Seit langer Zeit kommt wieder ein Hoffnungsschimmer auf", sagte Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. "Das könnte ein erstes Anzeichen sein, dass wir im zweiten Halbjahr eine Stabilisierung der Konjunktur bekommen. Man muss allerdings vorsichtig sein: Das ist nur eine Zahl, und der Ifo-Index befindet sich noch immer auf sehr niedrigem Niveau."

Nachdem in der vergangenen Woche schon der ZEW-Index, die europäischen Einkaufsmanagerindizes und auch der belgische Geschäftsklimaindex positiv überrascht hatten, hat sich unerwartet auch die Stimmung in den deutschen Unternehmen verbessert. Die 7000 befragten Firmen schätzten die Lage im Januar zwar nochmals schlechter ein als im Dezember, die Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilten sie allerdings etwas positiver. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Januar auf 83,0 Zähler von revidiert 82,7 Punkten im Dezember. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 81,3 Zähler gerechnet. "Vielleicht macht sich hier schon bemerkbar, dass die Wirtschaft langsam wieder Vertrauen fasst", sagte Analyst Sebastian Wanke von der Dekabank. "Das Konjunkturpaket der Bundesregierung dürfte ja in der zweiten Jahreshälfte auch zu wirken beginnen."

Die Reaktion am Rentenmarkt blieb verhalten. Der Bund-Future notierte nahezu unverändert bei 122,37 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe lag fünf Ticks höher bei 103,54 Punkten und rentierte mit 3,323 Prozent.

In den USA steht am Nachmittag (16:00 Uhr MEZ) das Verbrauchervertrauen des Conference Board für Januar zur Veröffentlichung an. "Die Verbraucherstimmung dürfte fast zwangsläufig eine Bodenbildung vollziehen, da der im Dezember gemeldete Wert den niedrigsten seit 41 Jahren darstellte", schrieben die Analysten der HSH Nordbank in einem Marktkommentar. "Die Indikationen vonseiten des Michigan Sentiments und des ABC-Konsumentenvertrauens legen die Erwartung einer leichten Erholung nahe", schätzte auch Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Im Schnitt sagen von Reuters befragte Analysten eine Verbesserung auf 39 von 38 Zählern im Dezember voraus.

Auch beim Konjunkturindex der Notenbank von Richmond (16.00) erwarten Analysten eine leichte Verbesserung von seinem sehr niedrigen Niveau.