Zaghafter Konjunkturoptimismus lässt Preise steigen

Dienstag, 14. Juli 2009, 15:23 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Eine wieder etwas optimistischere Einschätzung über die konjunkturelle Entwicklung hat am Dienstag die Preise für Öl und Industriemetalle steigen lassen.

Viele Anleger gingen mit großen Erwartungen in die anlaufende Berichtssaison der Unternehmen und verteilten großzügig Vorschusslorbeeren, hieß es von Analysten. Dies mache sich auch an den Rohstoffmärkten bemerkbar.

Ein Fass der US-Ölsorte WTI verteuerte sich um knapp 80 Cent auf 60,50 Dollar. Die Nordseesorte Brent wurde ebenfalls rund 80 Cent höher bei 61,50 Dollar gehandelt. Nach Einschätzung von Analyst Andy Sommer von der EGL Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg AG ist der Ölpreis um 60 Dollar inzwischen wieder gut gestützt. Für Investoren sei das ein Signal, dass sich die elfprozentige Talfahrt der vergangenen Woche vorerst wohl nicht fortsetze. "Die Investoren sind immer noch zu nervös, um in großem Stil zu investieren", schränkte allerdings Rohstoffanalyst Ben Westmore von der National Bank of Australia ein. "Ein Tag mit Kursgewinnen am Aktienmarkt reicht für einen Stimmungsumschwung nicht aus. Die Marktteilnehmer sind immer noch dabei herauszufinden, wie lang die Erholung wohl anhalten wird. Um wieder Lust auf Investitionen in den Rohstoffmarkt zu bekommen, brauchen sie wohl eine Woche lang steigende Aktienkurse."

Im Zuge der steigenden Aktienmärkte zog auch der Kupferpreis an. Die Tonne des Industriemetalls wurde zu 4995 Dollar gehandelt nach 4925 Dollar im späten Vortagesgeschäft. Aluminium verteuerte sich um 29 Dollar auf 1590 Dollar je Tonne. Der Preis für Nickel stieg um 425 Dollar auf 15.150 Dollar je Tonne. Mehr als 80 Prozent des jährlichen Nickelverbrauchs ist auf die Nachfrage aus der Stahlindustrie zurückzuführen. Ein großer Abnehmer ist China. Das silberweiß glänzende Schwermetall lässt sich wie Eisen relativ gut schmieden, zu Blech walzen oder zu Draht ausziehen.

Der Goldpreis wurde Händlern zufolge durch einen nicht mehr ganz so starken Dollar gestützt. Die Feinunze Gold wurde um 922,75 Dollar gehandelt, im späten Vortagesgeschäft waren 920 Dollar gezahlt worden.