Schweizer Börse schliesst fester - UBS im Aufwind
Zürich (Reuters) - Die Kurse an der Schweizer Börse haben am Dienstag angezogen. Gesucht waren vor allem Finanzwerte.
Nachdem die US-Bank Goldman Sachs einen höher als erwarteten Quartalsgewinn berichtete hatte, setzten allerdings Gewinnmitnahmen ein.
Der SMI schloss nach einem Tageshoch bei 5397 Zählern noch um 0,9 Prozent fester mit 5365 Punkten. Der breite SPI rückte ebenfalls um 0,9 Prozent auf 4622 Zähler vor.
Die Finanzwerte erhielten Auftrieb von einem positiven Kommentar der Bankenanalystin Meredith Whitney. "Das war der Startschuss für eine Rallye bei den Finanzwerten und ein Zeichen, dass die Finanzkrise vorbei sein dürfte", sagte ein Händler. Doch seien die Erwartungen an Goldman Sachs nach Whitneys Studie so hoch gewesen, dass kein weiteres Aufwärtspotenzial mehr vorhanden war. Im weiteren Wochenverlauf veröffentlichen auch JPMorgan, Bank of America und Citigroup ihre Zwischenberichte.
Die UBS-Aktien gewannen 3,6 Prozent. Bei der Grossbank fliessen immer noch Kundengelder ab, wie aus einem internen Brief von Konzernchef Oswald Grübel an die Mitarbeiter hervorgeht. Insgesamt habe das zweite Semester, für das UBS bereits einen Verlust angekündigt hat, ermutigende Signale gebracht und die Bank sei auf gutem Weg, die Krise hinter sich zu lassen, erklärte Grübel.
Die Aktien der Credit Suisse stiegen um 1,3 Prozent und die des von der Finanzkrise stark getroffenen Rückversicherers Swiss Re zogen 4,1 Prozent an.
Die Titel des Pharmakonzerns Roche und des Pharmazulieferers Lonza stiegen um ein beziehungsweise drei Prozent. Der Gesundheitsausschuss des US-Senats hat sich für einen zwölfjährigen Schutz von Biotech-Arzneien vor Nachahmerpräparaten ausgesprochen. Das Votum ist ein Etappensieg für grosse Hersteller solcher Medikamente. Generika-Firmen wollten eine Exklusivperiode von höchstens fünf bis sieben Jahren durchsetzen.
Sulzer schloss 2,3 Prozent fester. Der Industriekonzern erhielt im ersten Halbjahr um 31 Prozent weniger Aufträge und rechnet kurzfristig nicht mit einer Erholung in seinen Schlüsselmärkten. "Das ist keine Überraschung. Das war auch nicht anders zu erwarten, nachdem das Unternehmen kürzlich den Abbau von 1400 Stellen angekündigt hat", sagte ein Händler.
Auch andere Industrietitel wie ABB, Fischer, Holcim oder Petroplus befanden sich im Aufwind, nachdem der starke BIP-Anstieg der asiatischen Handelsmetropole Singapurs im zweiten Quartal die Hoffnungen auf eine Erholung der Weltwirtschaft geschürt hatte.
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