Gewinnmitnahmen drücken Preise
Frankfurt (Reuters) - Gewinnmitnahmen angesichts der Erholung des Dollarkurses haben am Dienstag die Preise für Öl und Kupfer gedrückt.
"Die Stärke des Dollar ist vermutlich der wichtigste Faktor hinter den Preisbewegungen am Rohstoffmarkt und vor allem beim Öl", erklärte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Mit dem Anstieg des Dollarkurses würden die Rohstoffe weniger attraktiv, begründeten Händler die Preisrückgänge. Zudem sei mit dem Schwächeanfall an den Aktienbörsen die Sorge um die Weltkonjunktur gestiegen. Damit sinke die Risikobereitschaft der Anleger, die sich von den als riskant geltenden Rohstoffanlagen trennten.
Der Ölpreis hatte noch am 21. Oktober mit 82 Dollar das höchste Niveau seit zwölf Monaten erreicht, was Händler seinerzeit auch mit der Dollar-Schwäche begründet hatten. Selbst Opec-Vertreter hatten gewarnt, dass der Preis zu stark gestiegen sein könnte und die Nachfrage eine solche Entwicklung noch nicht trage. Am Dienstag gab der Ölpreis bis zu 1,4 Prozent auf 77,03 Dollar je Barrel (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI nach. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 75,54 Dollar 1,3 Prozent weniger als am Vorabend.
Mit Spannung warteten die Anleger zudem auf die wöchentlichen US-Lagerdaten, die der Branchenverband American Petroleum Institute (API) am späten Abend vorlegt. Von Reuters befragte Analysten rechneten mit einem Anstieg der Rohöl-Vorräte um 1,5 Millionen Barrel. Zugleich dürften die Destillate-Bestände um 500.000 Fässer geschrumpft sein, während die Benzin-Bestände um 300.000 Fässer zugenommen haben.
Unter den Basismetallen gerieten vor allem Kupfer und Aluminium unter Druck. Die Tonne Kupfer verbilligte sich auf 6405 Dollar von 6550 Dollar am Vorabend. Dazu trug auch der Anstieg der Kupferbestände bei, die bei der Londoner Metallbörse gemeldet sind. Händler verwiesen darauf, dass viele Anleger vor den Absatzzahlen der Autoindustrie in den USA nervös seien. Vor allem der Aluminiumpreis könnte bei schwachen Zahlen unter Druck geraten. Rund 30 Prozent der gesamten Aluminiumproduktion werden von der Branche nachgefragt. Aluminium verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 1890 Dollar je Tonne.
Der Goldpreis zog gegen den Trend an. Mit 1062,10 Dollar notierte die Feinunze 0,3 Prozent höher als am Vorabend.
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