Unsicherheit am Aktienmarkt wächst - Dax im Minus
Frankfurt (Reuters) - Negativ aufgenommene Nachrichten aus der Finanzbranche und der Autoindustrie haben am Dienstag die Nervosität der Anleger am Aktienmarkt verstärkt.
Der Dax schloss 1,4 Prozent tiefer auf 5353 Punkten. "Die Nachrichtenfront ist sehr negativ, und außerdem sind wichtige charttechnische Marken gebrochen worden", sagte ein Händler. Zur Unsicherheit der Investoren trugen Börsianern zufolge auch die im Wochenverlauf anstehenden Zentralbanksitzungen in der Euro-Zone, den USA sowie in Großbritannien bei. Der Europa-Index Stoxx50 gab 1,2 Prozent auf 2392 Stellen ab und entwickelte sich damit schlechter als die US-Börsen, die im frühen Geschäft nur leichte Verluste verbuchten.
Im Lauf des Nachmittags hatte der Dax seine Verluste von bis zu gut zwei Prozent eingegrenzt. "Die Kursrückgänge an den US-Börsen sind nicht so stark ausgefallen, wie wohl befürchtet worden war", sagte ein Händler. Unterstützung erhielt die Wall Street vom 44 Milliarden Dollar schweren Übernahmeangebot für den Bahnkonzern Burlington Northern Santa Fe Corp durch die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway des Starinvestors Warren Buffett. Aktivitäten im Bereich Übernahmen und Zusammenschlüsse seien immer ein gutes Zeichen für die Märkte, kommentierte Börsianer Tom Schrader von Stifel Nicolaus Capital Markets. "Aber das ist nicht genug, um die negativen Nachrichten aus dem Bankensektor zu überwinden." Burlington- Papiere schossen 28,3 Prozent auf 97,58 Dollar und damit in die Nähe des Übernahmeangebotes von 100 Dollar je Aktie nach oben. Dies zog andere US-Eisenbahn-Aktien mit: Union Pacific und CSX Corp verteuerten sich jeweils um 6,3 Prozent.
UBS ENTTÄUSCHT MIT QUARTALSZAHLEN
Angesichts enttäuschender Geschäfte der Schweizer Großbank UBS und einschneidender Veränderungen bei den britischen Geldinstituten RBS und Lloyds verkauften Anleger europaweit Bankaktien. Der Branchenindex gab 2,7 Prozent nach. Besonders groß war der Vertrauensverlust bei der Royal Bank of Scotland (RBS), deren Aktienkurs um sieben Prozent abrutschte. Großbritannien pumpt weitere 28 Milliarden Euro in die Bank. Lloyds-Papiere legten gegen den Trend aber 2,7 Prozent zu. Investoren waren erleichtert, dass die Bank keine weiteren staatlichen Sicherheiten in Anspruch nehmen muss. In Zürich fielen UBS-Papiere um 5,8 Prozent. Die Schweizer Bank habe die Erwartungen einmal mehr enttäuscht und eine Besserung sei noch nicht in Sicht, sagten Händler. Im Dax rutschten Commerzbank vier Prozent ab. "Die Aktie bekommt die Quittung für die massiven Verluste der Bank im dritten Quartal", sagte ein Händler. Die Aktien von Branchenprimus Deutsche Bank fielen um 4,1 Prozent.
Kräftige Abschläge verbuchten auch Autoaktien, nachdem BMW für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch bekanntgegeben hatte. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet bezeichnete die operative Entwicklung als enttäuschend. "Wir sehen noch einige Risiken für BMW von der Währungsseite." BMW-Aktien brachen 6,3 Prozent ein und waren damit Dax-Schlusslicht. Die Papiere von Konkurrent Daimler büßten 4,4 Prozent ein. In Paris fielen die Aktien von Peugeot und Renault um bis zu 2,6 Prozent.
Gegen den Trend stiegen die Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius und seiner Dialysetochter FMC um 6,8 beziehungsweise 4,6 Prozent und führten damit den Dax an. "Das stark defensive Geschäftsmodell zahlt sich aus. FMC überraschte bei allen Zahlen positiv, Fresenius entsprach weitgehend den Erwartungen", sagte ein Händler. Auch die Quartalszahlen von Beiersdorf und Metro überzeugten Anleger, die Aktien verteuerten sich um 3,3 beziehungsweise 4,3 Prozent. Die Aktien des französischen Metro-Konkurrenten Carrefour legten 1,2 Prozent zu.
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