Schweizer Börse schliesst tiefer - UBS unter Druck

Dienstag, 3. November 2009, 18:39 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag deutlich tiefer geschlossen.

Stark unter Druck standen vor allem die Aktien der Grossbank UBS in Folge eines enttäuschenden Quartalsberichts. Ebenfalls auf dem Markt lasteten Abgaben im Börsenschwergewicht Nestle. Dagegen honorierte der Markt den unerwartet guten Zahlensatz des Rückversicherers Swiss Re mit kräftigen Aufschlägen. Besser als erwartete US-Daten halfen dem Markt, die Verluste gegen Handelsende teilweise einzugrenzen.

Der SMI schloss um 1,2 Prozent tiefer auf 6213,35 Punkten. Vorübergehend war der Leitindex bis 6146 Zähler gefallen. Der breite SPI büsste 1,1 Prozent auf 5342,56 Punkte ein.

Vor der Bekanntgabe der Zinsentscheide der US-Notenbank Fed, der Bank of England und der europäischen Zentralbank hielten sich die Marktteilnehmer merklich zurück. Auch die Angst vor einer grösseren Korrektur der Aktien dämpfte den Risikoappetit.

UBS sackten zeitweise um fast neun Prozent ab und gingen mit Verlusten von 5,8 Prozent aus dem Handel. UBS enttäuschte die Markterwartungen einmal mehr und stellt weiterhin keine Besserung in Aussicht, sagten Händler. Dass die Bank einen mit 564 Millionen sfr über den Markterwartungen ausgefallenen Verlust auswies, spielte laut Händlern eine weniger grosse Rolle als die Tatsache, dass der Geldabfluss noch immer nicht gestoppt werden konnte. Hinzu kommt, dass auch im vierten Quartal erneut Bewertungskorrekturen auf eigenen Verbindlichkeiten auf das Ergebnis drücken werden.

Dagegen schnellte die Swiss Re-Aktie um 6,4 Prozent auf 45,10 sfr hoch. Der Gewinn übertraf laut Händlern mit 334 Millionen sfr die Erwartungen. Sehr positiv sei die Entwicklung der Cost-Income-Ratio und der Solvency Ratio.

Die meisten anderen Finanzwerte litten unter Abgaben, konnten sich aber von den Tiefstwerten lösen: Credit Suisse schlossen zwei Prozent im Minus und die Papiere des Versicherers Zurich, der am Donnerstag den Quartalsbericht vorlegt, büssten knapp ein Prozent ein. Zurich hat die Finanzkrise gut umschiffen können. Daher erwarten Analysten auch keine Überraschungen.

Auch die zyklischen Werte schlossen sich dem Sog der Erholung an und verringerten die Verluste merklich. ABB und Holcim schlossen gut ein Prozent tiefer nach zeitweise fast drei Prozent Minus.

Leichte Abgaben zu verzeichnen hatten die beiden defensiven Pharmawerte Novartis und Roche. Die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestle, der während der Vortage den Markt gestützt hatte, schlossen 1,8 Prozent tiefer.

Im Sog guter Ergebnisse legten die Aktien von Von Roll und Phoenix Mecano zu, während eine Gewinnwarnung den Titel des Medizintechnikers Ypsomed auf Talfahrt schickte.