Unsicherheit an Aktienmärkten setzt Euro zu

Dienstag, 3. November 2009, 18:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Unsicherheit über die Lage der Finanzbranche weltweit hat am Dienstag die Anleger wieder in den Dollar getrieben.

Der Euro fiel um einen US-Cent auf 1,4640 Dollar. Noch Anfang voriger Woche hatte er über 1,50 Dollar notiert. "Wegen der schwachen Aktienmärkte will niemand ein Risiko eingehen, und davon profitiert der Dollar", fasste Marcus Hettinger, Währungsstratege bei Credit Suisse in Zürich, zusammen. Als Weltreservewährung profitiert die US-Währung häufig von der Angst der Anleger. So steigt sie meist sogar dann, wenn schwache US-Konjunkturdaten veröffentlicht werden.

Auslöser des Run auf den Dollar waren negative Nachrichten aus der europäischen Bankenbranche. So enttäuschte die Schweizer Großbank UBS mit ihrem Zwischenergebnis die Anleger. Zugleich sorgt die Neuordnung des britischen Bankenmarktes für Unsicherheit. Auf Druck ihrer Regierung und der EU müssen sich die Royal Bank of Scotland und Lloyds von Beteiligungen trennen.

Als weiteren Grund für den Dollar-Anstieg nannte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz die Angst einiger Anleger, die US-Notenbank könne nach ihrer Sitzung am Dienstag und Mittwoch eine Abkehr von der Nullzinspolitik - wenn auch nicht unmittelbar - andeuten. Damit würde die Zinsdifferenz zwischen der Euro-Zone und den USA wieder sinken, was den Dollar attraktiver machen könnte. Die Fed gibt ihre Entscheidung am Mittwochabend bekannt. "Von einer Trendwende zugunsten des Dollar kann aber noch keine Rede sein", warnte Karpowitz.

Der australische Dollar gab unterdessen nach der Zinserhöhung durch die Royal Bank of Australia um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent seine Gewinne der vergangenen Tage wieder ab. Hinweise auf ihre weitere Zinspolitik gaben die Notenbanker nicht, was Anleger enttäuschte. Der australische Dollar fiel auf 0,8950 Dollar von 0,9040 Dollar am Vorabend.

Die Kursverluste am Aktienmarkt trieb viele Anleger auch in den als sicherere Anlage geltenden Rentenmarkt. Der Bund-Future stieg zeitweise um 53 Ticks auf 122,44 Punkte. Am frühen Nachmittag notierte der Terminkontrakt noch mit 122,15 Zählern 24 Ticks höher. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 3,215 Prozent von 3,237 Prozent am Vorabend. Der Verkauf neuer Staatsanleihen durch Österreich und Spanien stieß Händlern zufolge auf eine robuste Nachfrage.