Finanzwerte bringen Aktienmärkte auf Erholungskurs

Mittwoch, 4. November 2009, 19:00 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Mit Rückenwind der Finanzwerte sind die Aktienmärkte am Mittwoch auf Erholungskurs gegangen. Der Dax beendete den Handel 1,7 Prozent höher bei 5444 Punkten.

Manche Experten erwarten weiter steigende Notierungen an den Aktienbörsen. "Unser Jahresendziel beim Dax sind 6100 Punkte", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Die Bilanzen zum dritten Quartal hätten gezeigt, dass die Zeit der negativen Überraschungen vorbei sei. Viele Unternehmen hätten die Erwartungen übertroffen, dieser Trend werde sich im vierten Quartal wohl fortsetzen. Am Nachmittag hatte der Dax seine Kursgewinne ausgebaut. Händler verwiesen auf das Durchbrechen charttechnischer Marken und steigende Notierungen an den US-Börsen. Der Europa-Index Stoxx50 stieg um 1,3 Prozent auf 2418 Stellen.

Bei Anlegern wieder gefragt waren die am Dienstag noch unter Druck stehenden Finanzwerte. Händler verwiesen insbesondere darauf, dass die französische Großbank Societe Generale im dritten Quartal wie andere europäische Großbanken auch ein kräftiges Gewinnplus verbucht hat. Die Aktien legten in Paris 4,6 Prozent zu, wozu Händlern zufolge erneut aufkeimende Gerüchte über einen Zusammenschluss mit dem heimischen Konkurrenten BNP Paribas beitrugen. Börsianer zeigten sich jedoch skeptisch, ob eine solche Fusion wegen des damit verbundenen Arbeitsplatzabbaus in Frankreich politisch durchsetzbar sei. In Frankfurt erholten sich Commerzbank und Deutsche Bank von ihren Vortagesverlusten und verteuerten sich um 4,4 beziehungsweise 2,3 Prozent. In New York kletterten die Papiere der Großbanken Citigroup und Bank of America um bis zu 1,5 Prozent. Die Papiere des Kreditkarten-Unternehmens MasterCard verteuerten sich nach einem positiven Kommentar der Citi-Analysten um 3,4 Prozent.

NISSAN STELLT GEWINN FÜR 2009 IN AUSSICHT

Europaweit gefragt waren Autoaktien, nachdem der japanische Hersteller Nissan für das Gesamtjahr einen Gewinn in Aussicht gestellt hatte. Nissan-Aktien verteuerten sich in Frankfurt um 5,3 Prozent. Die Papiere des französischen Nissan-Großaktionärs Renault kletterten in Paris um gut vier Prozent. Daimler waren nach einem Absatzplus in den USA gefragt und legten 3,1 Prozent zu. Von der verbesserten Branchenstimmung profitierten auch die Aktien des Zulieferers Leoni, die sich um fast acht Prozent verteuerten. Die Entscheidung des GM-Verwaltungsrates für einen Verbleib von Opel bei General Motors spielte am Markt kaum eine Rolle.

Angeführt wurde der Dax von einem siebenprozentigen Kursplus der Infineon-Aktien. "Da wird das Gerücht herumgereicht, LG wolle für Infineon bieten", sagte ein Händler. Eine Sprecherin des koreanischen Elektronikkonzerns LG erklärte, sie wisse nichts über ein Geschäft mit Infineon, der Chiphersteller selbst wollte keine Stellungnahme abgeben. Adidas-Titel verteuerten sich um 3,8 Prozent. Analysten sprachen von einem vorsichtig optimistischen Ausblick des Sportartikelherstellers. Nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Herbert Sturm wird die Fußball-WM 2010 die Geschäfte ankurbeln.

Deutlich stärker als der Dax legte der MDax mit einem Plus von vier Prozent zu. An der Spitze im Nebenwerte-Index standen ProSiebenSat.1 und Lanxess mit Kurssprüngen von 13 beziehungsweise fast elf Prozent. Die Aktien des TV-Konzerns ProSieben profitierten von der Erwartung einer weiteren Geschäftserholung. Beim Chemie-Unternehmen Lanxess erklärten Händler das Kursplus mit einem positiven Analystenkommentar. Die Papiere des französischen Konkurrenten Rhodia verteuerten sich um 8,3 Prozent, nachdem das Unternehmen überraschend in die Gewinnzone zurückgekehrt ist. In Kopenhagen reagierten die Aktien des weltweit viertgrößten Brauereikonzerns Carlsberg mit einem Minus von 5,3 Prozent auf Quartalszahlen, die schlechter als erwartet ausgefallen waren.