Schweizer Börse grenzt Verluste ein - Zurich unter Druck

Donnerstag, 5. November 2009, 12:38 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nach einem schwächeren Start die Verluste eingrenzen können.

Zurückhaltende Äusserungen der US-Notenbank zur Entwicklung der Wirtschaft hatten den Konjunkturhoffnungen einen Dämpfer versetzt und Abgaben ausgelöst. Zudem sorgten eine Reihe enttäuschender Unternehmensberichte zusätzlich für trübe Stimmung.

Der SMI notierte nach einem Tagestief bei 6196 Punkten am Mittag noch um 0,6 Prozent tiefer auf 6230 Punkten. Der breite SPI ermässigte sich ebenfalls um 0,6 Prozent auf 5366 Zähler.

Im Vorfeld der Zinsentscheide der Bank of England und der Europäischen Zentralbank am Nachmittag konzentrierten sich die Anleger zudem auf Spezialsituationen. Dazu gehörten die Aktien derjenigen Unternehmen, die über ihren Geschäftsgang berichteten. "Abgesehen von Adecco liegen die Ergebnisse unter den Erwartungen", sagte ein Händler dazu. Die Aktien des Personalvermittlers konnten um drei Prozent zulegen. Der im dritten Quartal erzielte Gewinn von 90 Millionen Euro liege klar über den Erwartungen, hiess es.

Dagegen litt Zurich Financial-Aktie unter einem Kursverlust von über fünf Prozent. Zurich hatte mit 909 Millionen Dollar im dritten Quartal weniger verdient, als Analysten erwartet hatten. Absicherungsgeschäfte führten wegen der steigenden Aktienmärkte zu einem Verlustbeitrag. Das Prämienvolumen lag über und der operative Geschäftsgewinn im Rahmen der Erwartungen. Jedoch zeie der Abschluss "mehr positive als negative Punkte", sagte ein Händler und sprach von einem klar übertriebenen Abschlag.

Dagegen löste der Kursrückgang von 3,5 Prozent bei den Aktien des Raffineriebetreibers Petroplus weniger Fragen aus. Der Quartalsverlust fiel mit 259,4 Millionen Dollar weit höher als befürchtet aus. "Ein schwaches Ergebnis war zwar erwartet worden, aber nicht in diesem Ausmass", kommentierte die Bank Vontobel. Die Aktie sackte zunächst um acht Prozent ab, löste sich dann aber von den Tiefstkursen und lag zuletzt noch um 3,5 Prozent im Minus.

Dagegen scheint der Titel des Logistikkonzerns Panalpina eine Enttäuschung schon vorweggenommen zu haben. Panalpina verfehlte mit einem Quartalsgewinn von fünf Millionen sfr die Erwartungen. "Nach der vor rund zwei Wochen ausgesprochenen Gewinnwarnung war dies erwartet", sagte ein Händler. Daher sank der Kurs "nur" um 0,7 Prozent.

Von einem negativen Quartalsbericht des Konkurrenten Bureau Veritas beinträchtigt wurden die Aktien von SGS, die 3,4 Prozent einbüssten.

Unter den wenig konjunktursensitiven Werten neigten die Papiere des Pharmariesen Novartis leicht zur Schwäche. Konkurrentin Roche war gehalten und die Anteile des Nahrungsmittelmultis Nestle zogen leicht an. "Nestle erhält wohl etwas Schützenhilfe von Unilever", sagte ein Händler. Der Konsumgüterhersteller hatte die Markterwartungen übertroffen.

Dagegen gaben die Finanz- und zyklischen Werte ihre Vortagesgewinne wieder ein. So tendierten UBS, Credit Suisse, Swiss Re und die Titel des Anlagenbauers ABB oder des Zementkonzerns Holcim schwächer.