Aktienmärkte ziehen Euro nach oben und drücken Renten
Frankfurt (Reuters) - Im Gefolge der Aktienbörsen sind Euro und Rentenmärkte zum Wochenschluss auf Berg- und Talfahrt gegangen.
"Der Euro traut sich kein eigenes Leben zu im Moment und folgt einfach nur den Aktienmärkten", klagte ein Devisenhändler. Am Freitagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,4892 Dollar nach 1,4866 Dollar zum Handelsschluss am Donnerstag. Kursverluste an den Aktienmärkten gelten als Zeichen für wachsende Unsicherheit und locken viele Investoren in den als Weltleitwährung geltenden Dollar.
Am Nachmittag erholten sich die Aktienmärkte von ihrem Zwischentief, was Händler auf Hoffnungen auf eine Jahresendrally zurückführten. Zuvor hatten enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten für Unsicherheit unter Investoren gesorgt. Der Euro fiel daraufhin auf bis zu 1,4815 Dollar, und die Rentenmärkte in Europa und den USA verbuchten kurzzeitig Kursgewinne.
Die Arbeitslosenquote in den USA war im Oktober überraschend auf über zehn Prozent gestiegen, zudem waren im Vormonat mehr Stellen abgebaut worden als von Experten vorhergesagt. "Unterm Strich hat der US-Arbeitsmarkt seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht", kommentierte Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich. "Der Arbeitsmarkt ist zwar ein hinter der Konjunktur nachlaufender Indikator, aber die Verbraucher orientieren sich mit ihrem Konsum daran. Deshalb dürfte der für die US-Wirtschaft wichtige private Verbrauch 2010 schwach bleiben", sagte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Thomas Amend.
Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future fiel um neun Ticks auf 120,92 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich auf bis zu 121,36 Stellen geklettert war. Die Rendite der dem Terminkontrakt zugrundeliegenden zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,361 Prozent.
Unterdessen stiegen die Kosten für die Absicherung griechischer Staatsschulden gegen einen Ausfall. Die fünfjährigen Credit Default Swaps (CDS) verteuerten sich nach Angaben des Datenanbieters CMA Datavision auf 152,0 von 144,5 Basispunkten und signalisierten damit eine gestiegene Risikoeinschätzung für das südeuropäische Land. Damit kostete die Versicherung von zehn Millionen Euro griechischer Staatsschulden gegen einen Ausfall 152.000 Euro. Zuvor hatte sich ein hochrangiger Mitarbeiter der Ratingagentur Moody's Reuters gegenüber skeptisch zu den Perspektiven für die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen in dem südeuropäischen Land geäußert.
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