Dax trotzt schwachen US-Arbeitsmarktdaten
Frankfurt (Reuters) - Die Aktienmärkte haben am Freitag enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten getrotzt.
Nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger beendete der Dax den Xetra-Handel mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 5488,25 Punkten. Im Vergleich zum Vorwochenschluss gewann der Leitindex damit 1,4 Prozent. "Der eine oder andere glaubt offenbar an eine Jahresendrally im Dax", sagte ein Händler. Außerdem gebe es immer noch genügend Anleger, die auf eine Einstiegsgelegenheit warten. Seit seinem Jahrestief im März hat der Dax knapp 2000 Punkte zugelegt.
Der EuroStoxx50 der größten Börsenwerte aus der Euro-Zone drehte zum Wochenschluss ebenfalls zurück ins Plus und ging knapp über Schlusskurs vom Donnerstag bei 2794 Zählern aus dem Handel. An der Wall Street notierte der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland fast unverändert.
Nach einer Reihe zuletzt positiver Konjunkturdaten sorgte der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober an der Börse für einen leichten Dämpfer. Der Stellenabbau fiel im Oktober höher aus als von Analysten erwartet. Der US-Arbeitsmarkt bleibe ein Unsicherheitsfaktor für die Konsumnachfrage, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.
LUFTHANSA IM STEIGFLUG - DEUTSCHE BÖRSE ENTTÄUSCHT
Spitzenreiter im Dax war Lufthansa, deren Aktien sich um drei Prozent auf 11,06 Euro verteuerten. Börsianer erklärten das Plus mit den positiv aufgenommenen Geschäftsergebnissen des Rivalen British Airways (BA). Einige Händler verwiesen zudem auf Aktienkäufe mehrerer Lufthansa-Spitzenmanager wie Firmenchef Wolfgang Mayrhuber. "Das ist immer ein gutes Zeichen, denn diese Leute sollten die Firma ja am besten kennen."
Im Rennen um den Dax-Tagessieg kam Daimler mit einem Kursplus von 1,7 Prozent auf 33,21 Euro hinter der Lufthansa auf Platz zwei ins Ziel. Der Stuttgarter Autobauer verbuchte dank neuer Modelle im Oktober erstmals in diesem Jahr wieder ein Absatzplus.
Auf der Verliererseite standen Deutsche Börse. Die Aktien büßten 0,4 Prozent auf 55 Euro ein. Der Börsenbetreiber hatte mit seinen am Donnerstagabend vorgelegten Quartalszahlen die Anleger enttäuscht. "Aufgrund der anhaltend schwachen Handelsaktivität und dem deutlichen Ergebnisrückgang hätten wir ein Kostensenkungsprogramm erwartet", schrieb Analyst Matthias Dürr von der DZ Bank in einem Marktkommentar.
KUKA AUF HÖHENFLUG
Für Aufsehen sorgte außerdem der Kurssprung der Kuka-Aktien. Die im Kleinwerte-Index SDax gelisteten Papiere des Industrieroboter-Bauers stiegen zeitweise um 21 Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch. Das Unternehmen hatte eine Kapitalerhöhung bekanntgegeben. "Der entscheidende Punkt ist, dass die neuen Aktien komplett von Berenberg übernommen und nicht am Aktienmarkt platziert werden", sagte ein Börsianer. Großaktionär Grenzebach hatte bei der Kapitalerhöhung nicht mitgezogen. Einige Händler führten den Kurssprung auf Deckungskäufe zurück. Zuvor hatten die Analysten der UBS Kuka auf "Buy" von "Sell" hochgestuft und diesen Schritt mit der Aussicht auf eine deutliche Erholung der operativen Gewinnmarge begründet.
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