Dubai beschäftigt die Börsen weiter - Dax leicht im Plus

Freitag, 27. November 2009, 12:27 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Emirats Dubai haben auch am Freitag den Dax nur vorübergehend belastet.

Der Leitindex rutschte zum Handelsstart um bis zu 1,7 Prozent ab, drehte danach aber zeitweise wieder leicht ins Plus. Gegen Mittag notierte er kaum verändert bei 5613 Punkten.

"Das sind jetzt günstige Einstiegskurse", begründete ein Händler die Erholung des Dax. Das Hauptgesprächsthema auf dem Parkett war erneut Dubai. Das Emirat hatte am Mittwoch um Zahlungsaufschub für zwei Staatskonzerne gebeten. Daraufhin war der Dax am Donnerstag um über drei Prozent gefallen. "Dubai war der Auslöser für die Verluste, aber nicht der Grund", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Die Anleger werden sich nun der Kreditrisiken wieder bewusst."

In Asien rutschten die Börsen am Freitag ab. Der Hang Seng in Hongkong brach um fünf Prozent ein. Der Ölpreis rutschte um 4,6 Prozent. Da die US-Börsen am Donnerstag wegen des Feiertages "Thanksgiving" geschlossen waren, dürfte es spannend werden, wie die Anleger an der Wall Street auf die Probleme am Golf reagieren. Allerdings ist der Handel dort am Freitag verkürzt. Ein Börsianer gab zu Bedenken: "Viele US-Investoren werden heute gar nicht da sein. Aussagekräftig wird wohl erst der Montag werden."

AUTOWERTE AUF ERHOLUNGSKURS

Viele Werte, die am Donnerstag ganz oben auf der Verliererliste gestanden hatten, waren am Freitag wieder gefragt. So stiegen die Papiere der Deutschen Bank um zwei Prozent. Auch die Autowerte erholten sich. Sie waren am Donnerstag deutlich unter Druck geraten, da einige Golfstaaten Aktienpakete an manchen Autobauern halten. VW stiegen um 1,7 Prozent, BMW um 1,2 Prozent und Porsche um 1,5 Prozent.

Auf der Gewinnerseite standen Infineon mit einem Aufschlag von 2,4 Prozent. Optimistische Aussagen von Firmenchef Peter Bauer zu den Aussichten für die Branche stützten die Aktien des Halbleiterherstellers.

Im MDax verloren Hochtief 1,9 Prozent. Die australische Tochter des Baukonzerns Leighton hatte am Freitag mitgeteilt, an mehreren Bauprojekten in Dubai beteiligt zu sein und deswegen auf unbezahlten Rechnungen zu sitzen. Ein Ausfall der Zahlungen sei allerdings nicht zu erwarten, betonte ein Sprecher.

Die Verliererliste im Dax führten K+S an mit einem Minus von 2,7 Prozent an. Die Papiere wurden allerdings am ersten Tag des Bezugsrechtehandels unter Abschlag der Bezugsrechte gehandelt.

 
<p>Traders are pictured at their desks in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange November 27, 2009. REUTERS/Remote/Pawel Kopczynski (GERMANY - Tags: BUSINESS)</p>