Studie: Private-Equity-Markt kommt auch 2010 nicht in Schwung

Dienstag, 29. Dezember 2009, 12:55 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Am deutschen Markt für Beteiligungskäufe wird sich nach Einschätzung von Experten auch im neuen Jahr nicht viel tun.

Zwar hat die Zahl der Transaktionen in der Private-Equity-Branche in den vergangenen Monaten wieder etwas zugenommen, eine Trendwende sehen Fachleute der Beratungsfirma Ernst&Young aber noch nicht. "2009 war ein sehr schwieriges Jahr für die Branche und 2010 wird wohl kaum einfacher werden", erklärte Ernst&Young-Manager Joachim Spill am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Hauptproblem sei nach wie vor die Finanzierung solcher Geschäfte. Banken stellen Private-Equity-Investoren seit Beginn der Finanzkrise vor gut zwei Jahren kaum noch Kredite für Übernahmen oder Beteiligungskäufe zur Verfügung, da sie diese nicht mehr an andere Investoren weitergeben können und ihnen das Risiko zu hoch ist. "Solange sich diese Situation nicht durchgreifend verbessert, wird es nicht dazu kommen, dass deutlich mehr und größere Transaktionen durchgeführt werden", erklärte Spill.

Im zweiten Halbjahr 2009 stieg die Zahl der Firmenkäufe durch Finanzinvestoren in Deutschland erstmals seit rund zwei Jahren wieder leicht an. Von Juli bis Dezember wurden der Studie von Ernst&Young zufolge 57 Transaktionen abgeschlossen nach 54 im ersten Halbjahr 2009. Der Wert der Firmenkäufe stieg auf 5,0 von 2,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2009 lag die Zahl der Deals mit 111 aber deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, als Finanzinvestoren noch 175 Transaktionen abgeschlossen hatten.

Große Deals sind durch die Finanzkrise und die damit verbundenen Finanzierungsprobleme eine Seltenheit geworden. 2009 gab es nur zwei Übernahmen im Wert von mehr als einer Milliarde Euro: Der Staatsfonds Aabar Investment aus Abu Dhabi kaufte sich im März für 1,95 Milliarden Euro einen 9,1-prozentigen Anteil am Autobauer Daimler. Im Dezember legte die schwedische Beteiligungsfirma EQT zusammen mit dem Staatsfonds GIC aus Singapur für den Wissenschaftsverlag Springer Science gut 2,3 Milliarden Euro auf den Tisch. Es war der größte Private-Equity-Deal in Deutschland 2009.