Bin Ladens Tod stützt US-Dollar nur kurz

Montag, 2. Mai 2011, 13:41 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Tod von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden hat am Montag die Anleger nur kurz in den Dollar getrieben.

Trotz der andauernden Schuldenkrise in der Euro-Zone griffen viele rasch wieder beim Euro zu und trieben den Kurs auf 1,4850 Dollar, womit die Gemeinschaftswährung nur knapp unter dem am Donnerstag erreichten 2-1/2-Jahres-Hoch von 1,4881 Dollar notierte. Nach Bekanntwerden des Todes bin Ladens in der Nacht war der Euro im fernöstlichen Handel auf etwa 1,4770 Dollar gerutscht, nachdem er den späten US-Handel am Freitag mit 1,4805 Dollar beendet hatte.

"Vielen Investoren kam der Schwächeanfall gelegen, da sie damit den Euro relativ günstig kaufen konnten", sagte ein Händler. Selbst der Wunsch des griechischen Finanzministers Giorgos Papaconstantinou für mehr Zeit bei der Rückzahlung der Milliardenhilfen bremste den Euro kaum. Auch Meldungen aus Finnland, wonach die Euro-kritische Partei "Wahre Finnen" das Hilfspaket für Portugal und den permanenten EU-Rettungsschirm nicht mittragen wollen, fanden keinen Niederschlag in den Devisenkursen.

Händler beschrieben den Devisenhandel am Montag insgesamt als sehr ruhig. Viele britische Anleger fehlten, da die Börse in London den auf einen Sonntag gefallenen Mai-Feiertag nachholte. Damit seien manche Kursbewegungen übertrieben. "Wie der Markt das wirklich einschätzt, sehen wir morgen", sagte ein Händler. In Japan werden die Börsen am Dienstag und Mittwoch geschlossen bleiben, was den Umsatz schrumpfen lassen dürfte.

ZINSVORTEIL FÜR EURO BLEIBT VORLÄUFIG BESTEHEN

"An der Tatsache, dass ein Ende der lockeren Fed-Geldpolitik bis auf weiteres nicht in Sicht ist, hat sich nichts geändert", brachte Katsunori Kitakura, Chef-Händler der Chuo Mitsui Trust Bank, die Stimmung auf den Punkt. EZB-Chef Jean-Claude Trichet warnte zwar anlässlich der Amtseinführung des neuen Bundesbankchefs Jens Weidmann davor, die Finanzkrise ad acta zu legen. Das Umfeld bleibe schwierig, erklärte Trichet. "Die Krise ist nicht vorbei." Doch hatte die EZB im April eine vorsichtige Abkehr von der krisenbedingten ultra-lockeren Geldpolitik eingeleitet und damit dem Euro auf längere Sicht einen Zinsvorteil zum Dollar verschafft. Denn in den USA sieht es nach wie vor nicht nach einer baldigen Zinswende aus.

Am Donnerstag wird zwar auch die EZB erst einmal die Zinsen nicht weiter erhöhen. Doch schon im Sommer dürfte der nächste Schritt anstehen, mit dem der Leitzins in der Euro-Zone voraussichtlich um 25 Basispunkte auf dann 1,5 Prozent steigen wird. In den USA liegt der Leitzins dagegen nahe null Prozent.

Am Rentenmarkt gaben die Kurse der Staatsanleihen meist nach, was Händler vor allem mit dem Anstieg der Aktienmärkten begründeten. So gab er Bund-Future bis zu 39 Ticks auf 122,53 Punkte nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,273 (Freitag 3,236) Prozent. Auch die Rendite der zehnjährigen griechischen Anleihezog leicht auf 15,97 Prozent (15,86) Prozent an.