Rezessionsgefahr in Europa belastet US-Börsen

Donnerstag, 23. Februar 2012, 08:17 Uhr
 

New York (Reuters) - Die steigende Rezessionsgefahr in Europa hat die US-Börsen am Mittwoch belastet.

Der als wichtiger Konjunkturindikator geltende Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone fiel im Februar überraschend unter die Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Börsianer fürchteten Auswirkungen auf das Geschäft der US-Banken und trennten sich von Branchenwerten. "Wir haben es in Europa noch immer mit einer Konjunktur zu tun, die sich verlangsamt. Es ist nun die Frage, wie lange das dauert", sagte Art Hogan von Lazard Capital in New York. Ein Rückgang der Ausfuhrbestellungen in China belastete ebenfalls den Handel. Die Stimmung hellte sich auch nicht durch eine Erholung des US-Immobilienmarktes entscheidend auf.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 12.938 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 12.914 und 12.977 Zählern. Der breiter gefasste Index S&P-500 schloss bei 1357 Stellen, ein Abschlag von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 2933 Punkte. In Frankfurt verlor der Dax 0,9 Prozent auf 6843 Zähler.

Im Januar wurden dem US-Maklerverband zufolge so viele bestehende Eigenheime verkauft wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Zudem sank die Zahl der neuen Objekte auf dem Markt auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. "Seit dem Beginn der Finanzkrise sagt jeder, dass der Wendepunkt erreicht ist, wenn der Immobilienmarkt die Talsohle durchschritten hat", erklärte Hogan. Nach den Signalen aus der jüngsten Zeit könne dies der Fall sein. Daher gebe es Hoffnungen, dass die Märkte ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortsetzen.

Finanzwerte standen auf den Verkaufszetteln: Papiere von Morgan Stanley gaben 2,8 Prozent und Citigroup rund drei Prozent ab. Die Aktie der Bank of America schloss knapp zwei Prozent tiefer.

Die Technologiebranche stand ebenfalls im Fokus. Der Navi-Hersteller Garmin übertraf im Quartal die Umsatz-Erwartungen. Auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr fiel positiver als die Einschätzungen der Branchenexperten aus. Die Anteilsscheine von Garmin legten mehr als neun Prozent zu.

Dell leidet dagegen unter der schwächelnden Nachfrage nach PCs. Der weltweit drittgrößte PC-Hersteller kann anders als Konkurrent Apple auf dem Markt für Tablets nicht Fuß fassen. Daneben sparen auch einst verlässliche Großkunden wie die öffentliche Hand und fahren ihre PC-Bestellungen zurück. Der Gewinn im Weihnachtsquartal brach um 18 Prozent ein. Die Dell-Aktie verlor 5,8 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 730 Millionen Aktien den Besitzer. 1175 Werte legten zu, 1813 gaben nach und 99 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 819 im Plus, 1689 im Minus und 103 unverändert.