Ifo-Index hält Dax-Abstieg nur kurzzeitig auf

Donnerstag, 23. Februar 2012, 14:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die überraschend positive Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen ist am Donnerstag nicht auf die Aktienanleger übergesprungen.

Sie unterbrachen ihre Verkäufe nur kurzzeitig. Dax und EuroStoxx50 drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und bauten ihre Kursverluste der vergangenen Tage aus. Am Nachmittag notierten sie jeweils 0,3 Prozent schwächer bei 6817 beziehungsweise 2512 Punkten.

"Die aktuellen Verluste bewegen sich noch im Rahmen und sind kein Grund, nervös zu werden", sagte ein Börsianer. "Schließlich ist der Dax in den vergangenen Wochen enorm gut gelaufen." Der Dax hat seit Jahresbeginn gut 15 Prozent oder etwa 1000 Punkte zugelegt. Damit ist der aktuelle Jahresauftakt das beste erste Quartal seit 1998.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar auf 109,6 von 108,3 Punkten. Analysten hatten nur mit einem leichten Plus auf 108,8 Zähler gerechnet. "Es verdichten sich die Zeichen, dass Deutschland in den kommenden sechs Monaten keine Rezession durchlaufen wird", fasste Helaba-Analyst Ulrich Wortberg zusammen. "Vielmehr zeichnet sich im Verlauf der kommenden Monate eine konjunkturelle Belebung ab."

COMMERZBANK-ZAHLEN KOMMEN BEI ANLEGERN NICHT GUT AN

Für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett sorgte unter anderem die Bilanz der Commerzbank. Anleger reagierten mit drastischen Verkäufen auf die Ankündigung, Hybridpapiere in Aktien tauschen zu wollen. Dadurch wird der Anteil der aktuellen Eigner verwässert. Dies sei ganz klar eine negative Überraschung, schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler in einem Kommentar. Allerdings könne die Bank dadurch die strengeren Eigenkapital-Vorschriften leicht erfüllen. Nach der Kapitalerhöhung könnten sich Investoren wieder auf die Fundamentaldaten konzentrieren, "die nicht so schlecht sind, wie es die Bewertung impliziert", fügte Häßler hinzu. Nach einen zehnprozentigen Absturz zur Eröffnung notierten Commerzbank am Nachmittag 4,8 Prozent im Minus bei 1,97 Euro.

Federn lassen mussten auch Credit Agricole, die wegen der Schuldenkrise tief in die roten Zahlen gerutscht waren. Die Aktien fielen um 3,8 Prozent auf 4,82 Euro. Die belgisch-französische Krisenbank Dexia verbuchte unter anderem wegen Abschreibungen auf griechische Anleihen sogar einen Verlust von 11,6 Milliarden Euro. Die Aktie fiel daraufhin um 5,2 Prozent auf 0,29 Euro.

ALLIANZ NACH ZAHLEN IM AUFWIND - TELEKOM UNTER DRUCK

Commerzbank-Großaktionär Allianz gehörte dagegen zu den Favoriten der Investoren. "Die Ergebnisse sind weitgehend wie erwartet ausgefallen. Die unveränderte Dividende könnte für einige Anleger eine Überraschung sein", sagte ein Börsianer. Ähnlich äußerte sich Analyst Thorsten Wenzel von der DZ Bank. Dass die Dividende gleich bleibe, zeige, dass die Allianz Vertrauen habe in ihre Ergebnisentwicklung und ihre Kapitallage.   Fortsetzung...