Ifo-Index weckt Kauflaune bei Euro-Anlegern

Donnerstag, 23. Februar 2012, 15:24 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Perspektive für die deutsche Wirtschaft hellt sich auf - das freut auch die Euro-Anleger.

Die Gemeinschaftswährung kletterte am Donnerstag mit bis zu 1,3342 Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember, nachdem der Ifo-Geschäftsklimaindex den vierten Monat in Folge gestiegen war. Nicht nur das Barometer für die Geschäftslage legte stärker zu als erwartet, die Firmenchefs blicken auch überraschend optimistisch auf die kommenden sechs Monate. "Der Aufwärtstrend für die deutsche Konjunktur verfestigt sich", urteilte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC-Trinkaus. Jörg Zeuner, Chefökonom der VP Bank, zeigte sich ebenfalls optimistisch. "Bleibt eine weitere Eskalation der Schuldenkrise aus, wird die deutsche Wirtschaft nach zwei schwächeren Quartalen wieder auf den Wachstumspfad zurückfinden."

Bis zum Mittag verlor der Euro allerdings wieder etwas an Schwung und pendelte schließlich um die 1,33-Dollar-Marke. Analysten und Händler führten dies auf die weiter vor sich hin schwelende Eurokrise zurück. Die Lage um Griechenland habe sich zwar nicht wieder verschärft, bleibe nach den jüngsten Beschlüssen zum zweiten Rettungspaket aber unübersichtlich, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar. "Auch muss das griechische Parlament bis Mitte nächster Woche etliche Reformen beschließen, damit das Hilfsprogramm überhaupt starten kann. Und dann bleibt noch die Frage, wie viele der privaten Investoren wirklich freiwillig an dem beschlossenen Schuldenschnitt teilnehmen werden."

ZWEIFEL AN GRIECHENLAND-RETTUNG BLEIBEN TROTZ HILFEN

Zentrales Element des zweiten 130 Milliarden Euro schweren Rettungspakets ist, dass Privatinvestoren auf insgesamt 100 Milliarden Euro ihrer Forderungen verzichten. Die verbliebenen Staatsanleihen sollen eingetauscht werden in neue Papiere, für deren Rendite die Eurostaaten mit 30 Milliarden Euro haften. Bedingung ist aber, dass sich mehr als 90 Prozent der Gläubiger dem Umtausch anschließen.

Am Rentenmarkt zeigte sich die anhaltende Unsicherheit der Anleger an den Renditen einiger südeuropäischer Staatsanleihen. Italienische und portugiesische zehnjährige Papiere warfen mit 5,568 beziehunsgweise 12,602 Prozent wieder etwas mehr ab als im Vortagesgeschäft. "Dass die Politik die Rettungshilfen durchwinken wird, war längst am Markt eingepreist worden - jetzt aber kommt es auf die Umsetzung an", sagte ein Börsianer.