Konjunkturelle Unsicherheit belastet Schweizer Börse

Donnerstag, 23. Februar 2012, 19:03 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der Schweizer Börse ist am Donnerstag gebremst von den unklaren Wirtschaftsaussichten kaum verändert aus dem Handel gegangen.

In der ersten Tageshälfte hatte der überraschend starke deutsche Ifo-Geschäftsklima-Index noch für Gewinne gesorgt. Im Nachmittagshandel trübte die von der EU-Kommission nach unten revidierte Wachstumsprognose die Stimmung wieder etwas ein. Zudem laste die trotz Hilfszusagen weiterhin unklare Zukunft Griechenlands weiterhin auf den Märkten.

Der SMI schloss nach einem zwischenzeitlichen Abgleiten in die Verlustzone mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 6200,97 Punkten. Der breite SPI stieg um 0,1 Prozent auf 5613,33 Zähler. Im Zentrum des Interesses standen die Aktien von Swiss Re, die gegen den allgemeinen Trend 2,6 Prozent stiegen. Der Rückversicherer verdreifachte den Gewinn im Vorjahr trotz immenser Schadenzahlungen auf 2,63 Milliarden Dollar und verdiente damit deutlich besser als von Analysten erwartet. Die Dividende soll auf drei von 2,75 Franken je Aktie angehoben werden. Zudem lockte das Unternehmen mit der Aussicht auf eine Sonderdividende die Anleger an, hiess es.

Aktien anderer Versicherer büssten dagegen Terrain ein. Baloise verloren 1,7 Prozent.

Auch bei den Bankaktien schmolzen die Gewinne ab: UBS hielten sich mit 0,2 Prozent im Plus, während Credit Suisse etwas mehr als ein Prozent nachgaben. Händler sagten, die Stimmung gegenüber den Banken sei durch die Ankündigung der deutschen Commerzbank, Hybridpapiere in Aktien tauschen zu wollen, und den unerwartet hohen Verlust bei der französischen Grossbank Credit Agricole etwas gedämpft.

Die Anteile der Bank Sarasin schlossen etwas schwächer. Der Vermögensverwalter erlitt im zweiten Halbjahr 2011 Abflüsse von Kundengeldern von 2,4 Milliarden Franken. Der Gewinn sank 2011 auf 92,5 (Vorjahr 124,5) Millionen Franken. "Enttäuschend", sagte ein Händler. Vor allem die Entwicklung der Kundengelder überraschte negativ.

Auch die Aktien zyklischer Firmen gaben ihre Gewinne im Verlauf nach der EU-Konjunkturprognose wieder ab. Zunächst hatte der stärker als erwartet gestiegen deutsche Ifo-Index noch für eine bessere Stimmung gesorgt. Sowohl ABB als auch Holcim schlossen tiefer. Sulzer fielen dagegen mit einem Anstieg von 3,6 Prozent auf. Der Anlagenbauer verbuchte 2011 zwar einen um 6,9 Prozent tieferen Gewinn von 280 Millionen Franken, übertraf damit aber die Markterwartungen. Bis 2015 peilt der Anlagenbauer eine Umsatzrendite von 11 bis 13 Prozent und eine Rendite des Betriebsvermögens von mehr als 20 Prozent an.