Wall Street gibt trotz guter Job-Daten leicht nach

Freitag, 2. November 2012, 19:05 Uhr
 

New York (Reuters) - Trotz überraschend guter Arbeitsmarktdaten hat die Wall Street am Freitag leicht nachgegeben.

Die Zahl der Beschäftigten wuchs in den USA im Oktober um 171.000 - Analysten hatten nur mit 125.000 gerechnet. "Der Bericht an sich war gut, aber nicht gut genug nach der verfrühten Rally gestern", sagte Todd Schoenberger von BlackBay Group in New York. Am Donnerstag war der S&P-Index nach Veröffentlichung von guten Job-Daten der privaten Arbeitsvermittlung ADP um 1,1 Prozent gestiegen.

Vor den Wahlen in der kommenden Woche hielten sich Marktteilnehmer mit ihren Engagements zurück. "Angesichts der Unsicherheit im Vorfeld der Wahlen dürfte der moderate Abwärtsdruck heute anhalten", ergänzte Schoenberger. Viele Amerikaner sind noch unentschlossen, ob sie am Dienstag Präsident Barack Obama oder seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney ihre Stimme geben. In Umfragen liegen sie faktisch gleichauf.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ließ nach einem zunächst freundlichen Auftakt bis zum Mittag 0,3 Prozent auf 13.195 Punkte Federn. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 1425 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,3 Prozent auf 3011 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 7364 Punkten.

Belastet wurden die US-Aktienmärkte von Kursabschlägen bei den Energie- und Minenwerten. Die Anteilsscheine von Chesapeake Energy brachen knapp sechs Prozent ein. Hintergrund war der Rückgang der Ölpreise. Die Dividendenpapiere von Newmont Mining fielen sechs Prozent, nachdem der Goldproduzent mit seinen Quartalszahlen die Analystenerwartungen verfehlt hatte.

Im Fokus standen die Titel von Starbucks. Die Aktien verbuchten ein Plus von mehr als zehn Prozent. Das Unternehmen hatte nach starken Umsatzzahlen seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben.

Ebenfalls auf der Gewinnerseite standen die Aktien des sozialen Netzwerks LinkedIn Corp, die sich um ein Prozent verteuerten. Das Unternehmen schlug mit seinen Quartalszahlen die Umsatz- und Gewinnerwartungen der Analysten.

Von der Konjunktur kamen positive Nachrichten. Die US-Industrie fuhr im September das größte Auftragsplus seit anderthalb Jahren ein. Die Bestellungen stiegen zum Vormonat um 4,8 Prozent und damit so stark wie seit März 2011 nicht mehr, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Im August hatte es einen Einbruch um 5,1 Prozent gegeben. Von Reuters befragte Analysten hatten für September im Schnitt ein Plus von 4,8 Prozent vorausgesagt. Rechnet man jedoch die Verkehrssparte hinaus, stiegen die Aufträge insgesamt nur um 1,4 Prozent.

 
Traders work on the floor of the New York Stock Exchange following its reopening, October 31, 2012. U.S. stocks edged higher on Wednesday in the first trading session since a massive storm in the U.S. Northeast forced a two-day market closure. At least 30 people were killed and millions have been left without power after Hurricane Sandy slammed into the East Coast on Monday. The storm shut down most businesses in Manhattan and caused a rare flooding of the subway tunnels, which is expected to keep the system closed for several days. REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: DISASTER ENVIRONMENT)