Starke US-Arbeitsmarktdaten geben Dollar Auftrieb

Freitag, 2. November 2012, 15:20 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Ermuntert von verbesserten US-Konjunkturaussichten haben Devisenanleger am Freitag zum Dollar gegriffen.

Der Dollar-Index, der den Wechselkurs zum Euro und anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg auf ein Zwei-Monats-Hoch von 80,53 Punkten. Im Gegenzug verbilligte sich die europäische Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,2846 Dollar und lag damit etwa einen US-Cent unter dem New Yorker Vortagesschluss.

Auftrieb erhielt die US-Währung vom überraschend starken Stellenaufbau im Oktober. Den Angaben zufolge schuf die US-Wirtschaft 171.000 neue Jobs. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 125.000 gerechnet. Zudem entstanden im August und September zusammen 84.000 mehr Arbeitsplätze als bislang angenommen.

"Diese Zahlen sehen ziemlich gut aus", sagte Nomura-Volkswirtin Ellen Zentner. Sie warnte aber vor überzogenem Optimismus. "Wenn man den laufenden Zwölf-Monats-Durchschnitt betrachtet, konnten wir die Schwelle von 150.000 neuen Jobs pro Monat noch nicht hinter uns lassen."

Für Peter Cardillo, Chef-Ökonom von Rockwell Global Capital, übertrafen die Zahlen die Erwartungen nur oberflächlich. "Für eine reale Trendwende am Arbeitsmarkt reicht es noch nicht." Ähnlich äußerte sich auch Zinsstrategin Kathy Jones vom Brokerhaus Charles Schwab. Um die Arbeitslosenquote nachhaltig zu drücken, müssten monatlich mehr als 300.000 neue Jobs geschaffen werden.

BONDS BRÖCKELN NACH US-DATEN AB - GRIECHENLAND IM BLICK

Die starken US-Daten nahmen einige Investoren zum Anlass, um sich aus renditeschwachen, aber als sicher geltenden Staatsanleihen zurückzuziehen. Der Bund-Future gab zwölf Ticks auf 141,59 Punkte nach. Sein US-Pendant, der T-Bond-Future notierte 78 Ticks niedriger bei 147-26/32 Zählern.

Unabhängig davon sorgten juristischen Hürden bei der Umsetzung der geplanten Rentenreform in Griechenland bei Marktteilnehmern für Sorgenfalten. Diese Probleme könnten die Freigabe weiterer Hilfsgelder für das hoch verschuldete Land gefährden, betonte Investec-Analyst Brian Barry. Ein weiterer Schuldenschnitt sei auch keine Lösung, denn dadurch würden erneut Spekulationen um einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone angeheizt. Nach dem Kursrutsch des Vortages stabilisierten sich die griechischen Bonds. Die Rendite der zehnjährigen Titel lag bei 18,157 Prozent.