Schweizer Börse legt nach US-Wahlen zu

Mittwoch, 7. November 2012, 10:32 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch fester tendiert.

Der rasche US-Wahlentscheid zugunsten des amtierenden Präsidenten Barack Obama werde mit Erleichterung aufgenommen, sagten Händler. "Eine lähmende Unsicherheit ist weg", sagte ein Börsianer. Die Nervosität gehe zurück. Dies belegte auch der Volatilitätsindex. Das Angstbarometer sank um 3,2 Prozent auf 12,66 Punkte.

Der SMI notierte um 10:15 Uhr um 0,6 Prozent höher auf 6783 Punkten und damit praktisch auf Jahreshoch. Der breite SPI stieg um 0,6 Prozent auf 6254 Zähler.

Wie es weitergehe, werde sich erst zeigen, wenn die US-Adressen an den Märkten aktiv werden, sagte ein Händler. "Der alte ist der neue Präsident", sagte der Händler. An der Politik werde sich wohl nicht viel ändern. Es seien auch Gewinnmitnahmen nicht ausgeschlossen. Die Märkte seien bisher erstaunlich robust gewesen.

Bei den Standardwerte standen ähnlich wie am Vortag Finanzwerte und Aktien zyklischer Firmen oben auf der Gewinnerliste. ABB, Clariant, Transcoean und Givaudan legten gegen ein Prozent zu.

Holcim litten unter Gewinnmitnahmen und verloren 0,5 Prozent. Der Zementkonzern hat im dritten Quartal den Umsatz um 9,8 Prozent auf 5,84 Milliarden Franken gesteigert. Der Reingewinn legte 10,5 Prozent auf 394 Millionen Franken zu. Händler sprachen von einer Punktlandung.

Die Aktie von Barry Callebaut schoss um vier Prozent nach oben auf 921 Franken. Der Schokoladeproduzent hat bei einem um acht Prozent erhöhten Umsatz von 4,83 Milliarden Franken im Geschäftsjahr 201/12 einen Gewinnrückgang um 8,5 Prozent auf 241 Millionen Franken verbucht. Es solle eine unveränderte Dividende ausgeschüttet werden. Händler und Analysten zeigten sich vom starken Umsatzwachstum beeindruckt.

Bei den Finanzwerten zählten die Aktien von UBS, Julius Bär und Zurich zu den grössten Gewinnern mit Kursanstiegen von 0,7 bis 1,0 Prozent. Die Aktie von Credit Suisse verlor 0,1 Prozent.

Gesucht waren auch die Papiere der als krisensicher geltenden Pharmawerte Novartis und Roche, denen positive Meldungen zu einem Anstieg von 1,2 respektive 0,4 Prozent verhalfen.

Das neue Novartis-Medikament RLX030 (Serelaxin) hat seine Wirksamkeit in einer klinischen Phase-III-Studie unter Beweis gestellt. Serelaxin gilt als eines der wichtigsten Medikamente in der Entwicklungs-Pipeline von Novartis und könnte Blockbuster-Status erreichen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Krebsmedikament T-DM1 von Roche zu einem beschleunigten Prüf- und Zulassungsverfahren zugelassen.

Der Titel des Lebensmittelherstellers Nestle gewann 0,5 Prozent. Das Abflauen des jahrelangen Booms bei Luxus-Produkten, das L'Oreal spürte, belastete die Nestle-Aktie damit nicht. L'Oreal steigerte den Umsatz im 3. Quartal um knapp fünf Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Nestle hält rund 30 Prozent an dem französischen Kosmetikkonzern.