Furcht vor Blockadepolitik im US-Kongress drückt Wall Street

Mittwoch, 7. November 2012, 16:03 Uhr
 

Die US-Börsen haben am Tag des Wahlerfolgs von US-Präsident Barack Obama mit deutlichen Verlusten im Minus eröffnet.

Der 51-Jährige hatte seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney mit Siegen in Wechselwählerstaaten wie Ohio, Wisconsin, Iowa, Pennsylvania und New Hampshire aus dem Rennen geschlagen. Im Kongress dürfte Obama aber auch in seiner zweiten Amtszeit auf harten Widerstand stoßen, da sich die Republikaner im Repräsentantenhaus erneut die Mehrheit sichern konnten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor in den ersten Minuten 1,2 Prozent auf 13.087 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,3 Prozent auf 1410 Zähler nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,2 Prozent auf 2974 Stellen. In Frankfurt notierte der Dax 1,4 Prozent tiefer mit 7275 Punkten.

"Da das Repräsentantenhaus in republikanischer Hand bleibt, dürfte eine Lösung der anstehenden Probleme wie das 'fiscal cliff' und die Anhebung der Schuldenobergrenze erschwert werden", hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. Der US-Präsident und der aus Senat und Repräsentantenhaus bestehende Kongress müssen sich bis Januar auf einen neuen Haushaltsplan einigen, ansonsten greifen ab dem neuen Jahr automatische Ausgabekürzungen, Steuererleichterungen enden. Die USA könnten dadurch in die Rezession zurückfallen.

Für Nervosität an der Wall Street sorgten neben den drohenden US-Schuldenproblemen auch Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi. Jüngste Daten deuteten darauf hin, dass die Ausläufer der Euro-Krise nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht hätten, sagte er am Mittwoch in Frankfurt.

Im Minus notierten an den US-Märkten Energiewerte. Alpha Natural Resources, Arch Coal und James River Coal verloren zwischen zehn und 25 Prozent. Händlern zufolge müssen Energieunternehmen unter Obama in den kommenden Jahren mit weiteren Regulierungsmaßnahmen rechnen.

Macy's rückten 0,7 Prozent vor, nachdem der Einzelhändler seine Gewinnziele für dieses Jahr angehoben hatte.

Papiere von Rupert Murdochs News Corp stiegen um 1,5 Prozent. Der Medienkonzern verdiente im abgelaufenen Quartakl überraschend viel und auch der Umsatz legte zu.