DAX-VORSCHAU-Unter der Knute von Schuldenkrise und US-Problemen

Freitag, 9. November 2012, 13:58 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Dax wird nach Ansicht von Aktienexperten auch in der neuen Woche keine großen Sprünge machen.

Mit der erneuten Wahl von Barack Obama zum US-Präsidenten ist zwar eine Unsicherheit für die Finanzmärkte aus dem Weg geräumt. Der nächste Belastungsfaktor, nämlich die Haushaltsprobleme der USA, ist aber schon in den Vordergrund gerückt. Dazu gesellen sich eine Reihe von altbekannten Schwierigkeiten, wie die andauernde Euro-Schuldenkrise. Kein Umfeld also, das geschaffen wäre für deutliche Kursgewinne.

"In den Köpfen der Händler schwirren im Moment viele Sorgen umher: von der 'Fiskalklippe' in den USA über schwache Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone und das Warten auf Spaniens Hilfsantrag bis hin zur Finanzlage von Griechenland, wo es wieder spannend wird", sagt Mike van Dulken, Leiter der Analyseabteilung bei Accendo Markets. Zurückhaltend ist auch Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. "Der Dax könnte sich zwar von seinen jüngsten Verlusten etwas erholen, aber er wird sich wohl weiter seitwärts in der Spanne der vergangenen Wochen bewegen."

In der alten Woche hat der Dax bis Freitagmittag rund drei Prozent auf 7132 Zähler verloren. Seit Anfang September ist der Dax in einem Band von etwa 7100 bis knapp 7500 Punkten gefangen. Innerhalb dieser Spanne kam es immer wieder zu größeren Kursausschlägen. "Der Markt springt von einem Bein aufs andere, je nach dem, was gerade im Vordergrund steht", sagt Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank.

EIN HAAR IN DER SUPPE: DAS US-HAUSHALTSPROBLEM

Ein Faktor, der die Nervosität an den Märkten anheizt, ist das Haushaltsproblem der USA, die "Fiskalklippe". Kann sich US-Präsident Barack Obama bis Januar nicht mit dem Senat und dem Repräsentantenhaus auf einen neuen Haushaltsplan einigen, laufen Steuererleichterungen aus und es drohen automatische Ausgabenkürzungen. Das könnte das ohnehin nur schleppende Wachstum der US-Wirtschaft abwürgen.

Bis dahin nehmen Börsianer die Konjunkturdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft genau unter die Lupe. Am Mittwoch werden Einzelhandelsumsätze erwartet, am Donnerstag steht der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia an. Zwar dürfte der Hurrikan "Sandy" einige Daten verzerrt haben, schreibt Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank. "Wir sehen aber keine Gefahr für die moderate Konjunkturerholung."

SCHULDENKRISE RELOADED

Am Montag wird wohl die Euro-Schuldenkrise in den Fokus der Anleger rücken. Dann treffen sich in Brüssel die Finanzminister der Euro-Gruppe. Ein Thema wird Griechenland sein. Aber wie Reuters am Freitag von Diplomaten erfuhr, wird dann noch nicht der endgültige Beschluss über die nächste Hilfszahlung für das Land entschieden werden. "In jedem Fall wird Griechenland eine weitere Chance bekommen, denn die Euro-Länder scheinen fest entschlossen zu sein, die Währungsunion zusammenzuhalten", sagt Volkswirt Christoph Weil von der Commerzbank voraus.   Fortsetzung...

 
Traders are pictured at their desks in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange November 7, 2012. REUTERS/Remote/Lizza David (GERMANY - Tags: BUSINESS)