Schweizer Börse erholt sich nach US-Daten

Freitag, 9. November 2012, 17:05 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag nach Auf und Ab kurz vor Schluss praktisch unverändert tendiert.

Der starke Anstieg des US-Konsumentenvertrauens dämpfte Händlern zufolge die Angst vor einer US-Haushaltskrise. Allerdings dürfte das "Fiscal Cliff" die Anleger weiterhin beschäftigen: Drastische Ausgabenkürzungen könnten die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Mit Spannung erwartet werde daher die Erklärung von US-Präsident Barack Obama zur Wirtschaftspolitik. Belastend wirkten Konjunktursorgen in Europa und eine mögliche Verschärfung der Euro-Schuldenkrise.

Der Leitindex SMI notierte kurz vor Schluss praktisch unverändert bei 6713 Punkten. Der breite SPI ermässigte sich um 0,1 Prozent auf 6179 Zähler.

Unter Druck standen vor allem Finanzwerte, was im Markt mit den Schuldenproblemen beidseits des Atlantiks erklärt wurde. Die UBS-Aktien sanken um 1,5 Prozent und Credit Suisse verloren 0,9 Prozent. Die CS legt in der Schweiz ihr Vermögensverwaltungsgeschäft und das Geschäft mit kleineren Kunden zusammen und baut im nächsten Jahr 300 Stellen ab.

Bei den Versicherungen büssten Swiss Re nach dem Anstieg am Vortag 1,7 Prozent ein. Der Rückversicherer hatte am Donnerstag ein überraschend gutes Quartalsergebnis veröffentlicht, das allerdings stark von Sondergewinnen geprägt war. Swiss Life sanken vor dem Quartalsbericht in der kommenden Woche um ein Prozent.

Die Aktien von Richemont konnten anfängliche Verluste weitgehend wettmachen und lagen 0,2 Prozent im Minus. Bei dem Luxusgüterhersteller zeichnet sich eine Wachstumsverlangsamung in Asien ab. Im ersten Geschäftshalbjahr steigerte das Unternehmen den Reingewinn um 52 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro. Swatch erholten sich im Sog von Richemont ebenfalls.

Auch andere zyklische Werte erholten sich. Kurzfristig orientierte Marktteilnehmer stellten vor dem Wochenende offene Positionen glatt. ABB, Clariant und Fischer legten zu. Adecco, Geberit und Holcim lösten sich vom Tagestief.

Höher waren die Anteile der als krisenresistent geltenden Firmen Nestle und Novartis. Roche notierten gehalten.

Partners Group stiegen um ein Prozent auf 185,60 Franken. Die Aktien erholten sich nach der Aktienplatzierung vom Vortag, hiess es.

Eine Hochstufung auf "Neutral" von "Underperform" durch Credit Suisse trieb Meyer Burger fünf Prozent hoch.