Dax hält sich stabil - Hohe Staatsschulden im Fokus

Montag, 12. November 2012, 11:20 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Angesichts der Schuldenprobleme in Europa und den USA haben sich Aktienanleger am Montag zurückgehalten.

Der Dax notierte kaum verändert bei 7160 Zählern. Etwas mehr Bewegung gab es in der zweiten Börsenliga, wo Analystenkommentare, Quartalsbilanzen und andere Schlagzeilen unter anderem für Bewegung bei Klöckner & Co, Deutsche Wohnen oder EADS sorgten. Der Nebenwerteindex MDax gab 0,3 Prozent nach.

"Die Berichtssaison geht, die Schuldenprobleme bleiben", sagte ein Händler. Für Investoren stehe die Frage im Mittelpunkt, wann die nächste Hilfstranche an Griechenland überwiesen wird. Immerhin muss das Land Mitte des Monats milliardenschwere Anleihen refinanzieren. Die Abgeordneten in Athen hatten am Sonntag eine wichtige Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Hilfen erfüllt und den um ein Sparpaket erweiterten Haushalt für 2013 verabschiedet. Allerdings fehlt noch der Troika-Bericht, der die Fortschritte Athens bewerten soll. Anleger sind deshalb vor dem am Nachmittag beginnenden Treffen der Finanzminister unsicher, ob die nächste Hilfstranche schon bewilligt wird.

Auch die Haushaltsprobleme der USA beschäftigten die Gemüter. "Nach der Wahl ist vor der Klippe", sagte Investment-Analyst Wolfgang Albrecht von der LBBW. Angesichts der Grabenkämpfe zwischen Demokraten und Republikanern sei unklar, wie die gravierenden Haushaltsprobleme gelöst werden sollen. Sollten sich die Parteien nicht auf einen Kompromiss bei Einnahmen und Ausgaben einigen, drohen zum Jahreswechsel automatisch hohe Belastungen für die US-Wirtschaft. Die weltgrößte Volkswirtschaft könnte über diese sogenannte "Fiskalklippe" in die Rezession stürzen, warnen Experten.

Für den Handelsverlauf sei allerdings kaum mit Impulsen von der Wall Street zu rechnen, sagte ein Börsianer. Wegen des "Veterans Day" sei ein sehr ruhiges Geschäft zu erwarten.

KLÖCKNER & CO PROFITIEREN VON ANLAGE-EMPFEHLUNG Größter Dax-Gewinner waren mit einem Plus von 1,4 Prozent die Aktien der Commerzbank. "Das ist eine rein technische Gegenreaktion auf die hohen Verluste der vergangenen Tage", sagte ein Börsianer. Die Bank hatte vergangene Woche ihre neue Strategie vorgestellt, Anleger damit allerdings nicht überzeugen können. Seit Mittwoch haben die Titel rund 13 Prozent an Wert verloren. Die Aktien der Deutschen Bank folgten zu Wochenbeginn dem europäischen Trend und gaben um 1,1 Prozent nach.

Im Nebenwerte-Index MDax profitierten die Anteilsscheine von Klöckner & Co von einer Anlageempfehlung der BNP Paribas und zogen um bis zu 5,9 Prozent auf 8,32 Euro an. Die BNP-Analysten bewerten die Aktien mit "Outperform" und einem Kursziel von 9,30 Euro. KlöCo sei für Investoren, die auf eine Erholung der Stahlpreise setzten, die Anlage der Wahl, schrieb Analystin Romy Kruger in einem Kommentar. Sie rechne für das erste Quartal 2013 mit einer Verdreifachung des operativen Gewinns.

Auch Deutsche Wohnen zählten mit einem Kursplus von 2,2 Prozent zur Spitzengruppe. Die Immobilienfirma hat nach einem starken Quartal ihre Gesamtjahresziele erhöht.

Skeptisch verfolgten Investoren dagegen die Schlagzeilen rund um EADS. Nachdem ein A380 der Fluggesellschaft Emirates wegen Triebwerksproblemen notlanden musste, sank auch das Vertrauen in den Hersteller des Jumbos. EADS-Aktien fielen um zwei Prozent.

 
Traders are pictured at their desks in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange November 12, 2012. REUTERS/Remote/Tobias Schwarz (GERMANY - Tags: BUSINESS)