Pharmawerte belasten Schweizer Börse

Montag, 12. November 2012, 17:34 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montag im späten Geschäft etwas schwächer tendiert. Hauptgrund waren die abbröckelnden Kurse der schwergewichteten Pharmatitel Novartis und Roche.

Nach wie vor trübten der US-Haushaltsstreit, Konjunkturängste sowie die Euro-Schuldenkrise die Stimmung.

Der SMI der Standardwerte notierte kurz vor Schluss 0,1 Prozent tiefer auf 676 Punkten. Der breite SPI sank um 0,2 Prozent auf 6170 Zähler. Das Geschäft verlaufe nach der bewegten Vorwoche mit den US-Präsidentschaftswahlen in ruhigen Bahnen. In den USA waren wegen des Veterans Day die Bond-Märkte geschlossen. Zwar seien die Börsen geöffnet, doch hielten sich die Aktivitäten in Grenzen.

Die Aktien der Marktschwergewichte Novartis und Roche bröckelten mangels Interesse leicht ab. Nestle waren gehalten. Auch positive Phase II-Tests mit den Präparaten Certican und Illaris konnten die Novartis-Aktie nicht vor leichten Kurseinbussen bewahren. Unter den krisensicheren Werten waren Swisscom ein Prozent höher.

Zugpferd des Marktes waren die Aktien von Richemont. Der Kurs des Luxusgüterherstellers stieg dank positiven Analystenkommentaren nach dem am Freitag veröffentlichten Halbjahresbericht um 2,4 Prozent. Im Sog von Richemont legte das Papier von Mitbewerber Swatch zwei Prozent zu. Swatch-Chef Nick Hayek hatte sich ausserdem wieder etwas optimistischer geäussert.

Uneinheitlich waren die Finanzwerte. Die Aktie von Julius Bär um 0,4 Prozent zu. Der Vermögensverwalter erwirbt eine Beteiligung von 19,9 Prozent an der italienischen Kairos Investment Management. Das Mailänder Institut verwaltet mit 115 Mitarbeitern rund 4,5 Milliarden Euro.

Die Aktie der Credit Suisse holte anfängliche Verluste wieder auf. Die Grossbank will nicht wie Konkurrent UBS aus weiten Teilen des festverzinslichen Geschäfts aussteigen, sagte Präsident Urs Rohner der "Basler Zeitung". Die UBS-Aktien stiegen um 0,2 Prozent.

Bei den Versicherungspapieren waren die Titel von Swiss Re gehalten. Die Anteile von Swiss Life ermässigten sich am Tag vor dem Zwischenbericht um 0,3 Prozent.

Die Anteile zyklischer Firmen büssten ebenfalls Terrain ein. ABB, Adecco, Clariant und Holcim waren bis zu einem Prozent tiefer. Meyer Burger setzten nach einer festeren Eröffnung den Abwärtstrend fort und sanken ein Prozent.

Eine Gewinnwarnung liess den Titel von Zehnder um fast 16 Prozent einbrechen.

Weiter unter Druck standen Leclanche. Dem Batteriehersteller droht das Geld auszugehen. Das Management verhandelt gemäss einer Mitteilung in der Vorwoche unter anderem mit potenziellen Industriepartnern über neues Kapital.