Hickhack um Athen-Hilfen macht Euro-Anleger mürbe

Montag, 12. November 2012, 17:35 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Hängepartie in Griechenland hat Anlegern am Montag wenig Lust auf den Euro gemacht.

Im Tagesverlauf sollten die Finanzminister in Brüssel zusammenkommen, um über die nächste milliardenschwere Hilfstranche für Athen zu beraten - doch die Hoffnung auf eine baldige Entscheidung war gering. Die Gemeinschaftswährung pendelte um die 1,27-Dollar-Marke und lag damit in Reichweite ihres am Freitag erreichten Zwei-Monats-Tiefs von 1,2688 Dollar.

"Noch vor einigen Wochen sind wir davon ausgegangen, dass wohl spätestens heute Abend die Finanzminister der Eurogruppe auf ihrem Treffen in Brüssel die Freigabe der weiteren Hilfen für Athen beschließen würden", schreibt Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Das sei mittlerweile aber unwahrscheinlich geworden.

Für Skepsis sorgten vor allem die Aussagen des Bundesfinanzministeriums. Eine Sprecherin warnte vor zu großen Erwartungen, da der Troika-Bericht von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission zum Stand der griechischen Reformen noch nicht in seiner endgültigen Fassung vorliege. Den benötige der Bundestag aber, um vor einer neuen Auszahlung der Hilfen darüber abzustimmen. Die nächste Tranche an Athen umfasst 31,5 Milliarden Euro. Ohne das Geld droht dem Land die Pleite.

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass den Hilfen nach der Verabschiedung des Haushalts für 2013 nichts mehr im Weg stehen dürfte. Die Abgeordneten hatten am späten Sonntagabend mit deutlicher Mehrheit für den Etat votiert, der um ein Sparpaket erweitert worden war.

Da viele Märkte in den USA am Montag feiertagsbedingt geschlossen blieben, verlief der Handel insgesamt ruhig. Auch bei den Renten tat sich nicht viel. Die Kurse der Bundesanleihen bewegten sich kaum, entsprechend lag die Rendite nahezu unverändert bei 1,3 Prozent. Analysten rechneten aber damit, dass deutsche Staatspapiere wegen der hohen Unsicherheit schon bald wieder Zulauf bekommen sollten.

Das zeigte auch eine Auktion von Schatzanweisungen zu Wochenbeginn: Die Investoren verzichteten erneut auf Rendite, um an die als ausfallsicher geltenden Wertpapiere zu gelangen. Sie lag mit minus 0,0116 Prozent zum neunten Mal in Folge im negativen Bereich.