FOKUS1-Haushaltsstreit belastet Wall Street auch zu Wochenbeginn

Montag, 12. November 2012, 18:17 Uhr
 

New York (Reuters) - Der Haushaltsstreit in den USA hat die Wall Street zu Wochenbeginn ins Minus gedrückt.

In New York fürchteten Händler, dass die ohne einen Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten zum Jahreswechsel automatisch einsetzenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen die US-Wirtschaft wieder in die Rezession stürzen könnten. Mit der drohenden Fiskalklippe begründete Barclays auch die Absenkung seines Jahresziels für den S&P-500 auf nur noch 1.325 Punkte. Ermutigende Konjunkturzahlen aus China hielten die Verluste jedoch in einem insgesamt leichten Handel in Grenzen. Wegen des Veteranentages blieben die Anleihemärkte und die Behörden geschlossen.

Nach den herben Verlusten der Vorwoche gab der Dow-Jones-Index der Standardwerte auch am Montag 0,2 Prozent auf 12.795 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor bis zum Mittag 0,1 Prozent auf 1378 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte ebenfalls 0,2 Prozent auf 2898 Punkte ab. In Frankfurt hielt sich der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 7168 Punkte gerade eben noch in den schwarzen Zahlen. Im Bann der Schuldenkrisen in der Euro-Zone und den USA hielten sich Anleger in der Main-Metropole zurück.

Sollte der Kongress keinen Kompromiss im Haushaltsstreit finden, wäre dies für die US-Wirtschaft verheerend, warnte Börsenexperte Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services. "Deswegen kann man auch kaum davon sprechen, dass die Marktreaktion der vergangenen Woche überzogen war." Mit einem Minus von 2,4 Prozent verbuchte der S&P-500 die schwächste Woche seit Juni.

Auf Unternehmensseite stand wieder einmal Apple im Mittelpunkt. Der iPhone-Hersteller hatte am Wochenende einen Patentstreit mit dem taiwanischen Rivalen HTC beigelegt. Nach anfänglichen Gewinne rutschte die Aktie 1,2 Prozent ins Minus.

Auch Übernahmenpläne trieben einige Kurse an. Precision Castparts bot 2,9 Milliarden Dollar für die Übernahme von Titanium Metals. Leucadia National stimmte dem Kauf der Investmentbank Jefferies für 3,6 Milliarden Dollar zu. Das gab den Aktien Auftrieb: Die Titel von Titanium sprangen mehr als 40 Prozent nach oben, Jefferies-Papiere kletterten mehr als zwölf Prozent.