Wall Street startet mit Berg- und Talfahrt in die Woche

Montag, 12. November 2012, 19:30 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Börsen sind mit einer Berg- und Talfahrt in die neue Woche gestartet.

Nach anfänglichen Gewinn drehten die führenden Indizes zwischenzeitlich ins Minus, ehe sie am Montagnachmittag wieder leicht im Plus lagen. Ermutigende Konjunkturdaten ließen die Anleger in New York auf ein Ende der Konjunkturabkühlung in China hoffen. Auf der anderen Seite fürchteten sie weiterhin, dass die ohne einen Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten zum Jahreswechsel automatisch einsetzenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen die US-Wirtschaft wieder in die Rezession stürzen könnten. Mit der drohenden Fiskalklippe begründete Barclays auch die Absenkung seines Jahresziels für den S&P-500 auf nur noch 1.325 Punkte. Das Handelsaufkommen blieb feiertagsbedingt gering. Wegen des "Veterans Day" blieben die Anleihemärkte und Behörden geschlossen.

Nach den herben Verlusten der Vorwoche legte der Dow-Jones-Index der Standardwerte bis zum frühen Nachmittag 0,3 Prozent auf 12.856 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte bis zum Nachmittag ebenfalls 0,3 Prozent auf 1384 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 2916 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 7168 Punkten. Auch hier hielten sich die Anleger im Bann der Schuldenkrisen in der Euro-Zone und den USA zurück.

Sollte der Kongress keinen Kompromiss im Haushaltsstreit finden, wäre dies für die US-Wirtschaft verheerend, warnte Börsenexperte Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services. "Deswegen kann man auch kaum davon sprechen, dass die Marktreaktion der vergangenen Woche überzogen war." Mit einem Minus von 2,4 Prozent verbuchte der S&P-500 die schwächste Woche seit Juni.

Auf Unternehmensseite stand wieder einmal Apple im Mittelpunkt. Der iPhone-Hersteller hatte am Wochenende einen Patentstreit mit dem taiwanischen Rivalen HTC beigelegt. Die Entwicklung der Aktie bildete den gesamten Handelsverlauf ab: Das Papier startete im Plus, rutsche zum Mittag ins Minus und tendierte am Nachmittag wieder leicht im Plus.

Auch Übernahmenpläne trieben einige Kurse an. Precision Castparts bot 2,9 Milliarden Dollar für die Übernahme von Titanium Metals. Leucadia National stimmte dem Kauf der Investmentbank Jefferies für 3,6 Milliarden Dollar zu. Das gab den Aktien Auftrieb: Die Titel von Titanium sprangen mehr als 40 Prozent nach oben, Jefferies-Papiere kletterten mehr als zwölf Prozent.