Pessimismus von E.ON verdirbt Dax-Anlegern die Stimmung

Dienstag, 13. November 2012, 11:43 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Mit seinen skeptischen Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf hat E.ON-Chef Johannes Teyssen die Anleger am deutschen Aktienmarkt verstimmt.

Die Papiere von Deutschlands größtem Versorger fielen am Dienstag um bis zu 10,4 Prozent auf ein Fünf-Monats-Tief von 14,83 Euro. Der Dax selbst notierte 0,9 Prozent schwächer bei 7107 Zählern. Trotz Zuwächsen in den ersten neun Monaten dieses Jahres stellt Teyssen die Prognosen für 2013 und 2015 in Frage. Dass bringe viel Unsicherheit in den Markt, sagte ein Börsianer. Auch zahlreiche Analysten äußerten sich negativ.

E.ON dürfte weiterhin mit ordentlich Gegenwind zu kämpfen haben, schrieb etwa Citi-Analystin Sofia Savvantidou. Dazu zählten sinkende Strompreise und stärkere Regulierungsmaßnahmen unter anderem in Osteuropa, den Niederlanden und Russland. Rivale RWE, der am Mittwoch Zahlen vorlegt, verlor 3,5 Prozent.

K+S NACH ZAHLEN AUF TALFAHRT

Für Enttäuschung sorgte auch der Quartalsbericht des Düngemittel- und Salzherstellers K+S. Die Zahlen zum dritten Quartal seien unter den Erwartungen geblieben, hieß es in einem Kommentar von Silvia Quandt Research. Zudem rechnet der Konzern nun damit, 2012 nur noch das untere Ende seiner Prognose zu erreichen. Die Analysten stuften die Aktien herunter auf "Neutral" von "Buy" und senkten das Kursziel auf 40 (45) Euro. K+S gaben 5,3 Prozent auf 34,00 Euro nach.

Neben den durchwachsenen Unternehmensberichten machte auch Euro-Sorgenkind Griechenland den Anlegern zu schaffen. Die Euro-Gruppe hat die Entscheidung über die nächste Hilfstranche an das hoch verschuldete Land aufgeschoben. Sie verlangt von Griechenland die Einlösung weiterer Zusagen im Reformprogramm, um die Sanierung des öffentlichen Haushalts abzusichern. Deutschland und Frankreich erklärten, beim nächsten Finanzministertreffen der Euro-Zone am Dienstag kommender Woche eine politische Einigung anzustreben. Das Geld könne dann Ende des Monats nach Athen fließen. "Es ist ein nicht enden wollendes Hin- und Her", sagte ein Händler.

ZEW-INDEX IM RÜCKWÄRTSGANG

Bauchschmerzen bereitete zudem der ZEW-Index: Börsenprofis blicken wieder mit mehr Sorge auf die deutsche Wirtschaft. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten fiel im November überraschend um 4,2 auf minus 15,7 Punkte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt eine Verbesserung auf minus 9,8 Punkte erwartet. Anleger fürchten, dass auch die deutsche Konjunktur immer stärker in den Sog der Euro-Krise geraten könnte.